Coronavirus

Corona im Moerser Dönerbetrieb: 40 Tests stehen noch aus

Die Zahl der Neuinfektionen im Kreis Wesel ist gestiegen.

Die Zahl der Neuinfektionen im Kreis Wesel ist gestiegen.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Moers/Kreis Wesel.  Im Moerser Dönerbetrieb haben viele Mitarbeiter bisher nicht am Reihentest teilgenommen. Die Abstriche können laut Kreis erst später erfolgen.

Am Mittwoch hat der Kreis Wesel seine Angaben zur Reihentestung bei der Moerser Öztas Dönerproduktion GmbH & Co KG noch einmal präzisiert. Demnach wurden 82 Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet. Bei den drei Personen, die noch am Montag der Mitarbeiterschaft zugerechnet worden sind, handelt es sich nach aktuellen Kreisangaben um so genannte Sekundärinfizierte, also Personen, die sich bei Mitarbeitenden angesteckt haben.

Von den 82 positiv getesteten Mitarbeitern wohnen 55 im Kreis Wesel, sagte die Sprecherin, „der Rest wohnt in Duisburg“. Im Kreis Wesel wohnen von den 55 Infizierten 50 in Moers, 3 in Kamp-Lintfort und je einer in Neukirchen-Vluyn und Rheinberg.

Insgesamt habe man – Stand Dienstag – 22 Sekundärinfizierte durch Kontaktnachverfolgung ermitteln und verifiziert einem Wohnort im Kreis Wesel zuordnen können, heißt es weiter. Die Sprecherin sprach mit Blick auf die bisher kommunizierten Werte erneut von einer dynamischen Entwicklung.

Die Mitarbeiter, die am vergangenen Mittwoch nicht an der Reihentestung haben teilnehmen können, weil sie im Urlaub oder aus anderen Gründen abwesend waren, werden jetzt aufgefordert, sich bei ihrem Hausarzt oder einem Abstrichzentrum testen zu lassen. Dies betreffe rund 40 Personen. Da sie sich im Urlaub oder in Elternzeit befänden oder zum Beispiel langzeiterkrankt seien, würden die Abstriche zu einem späteren Zeitpunkt genommen.

Unabhängig davon bestehe die Regelung, dass kein Mitarbeitender die Arbeit ohne ein negatives Testergebnis aufnehmen darf. Ergänzend dazu schreibe eine Allgemeinverfügung des Landes NRW vor, dass die Beschäftigten in den Betrieben der Fleischindustrie in Nordrhein-Westfalen künftig mindestens zwei Mal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden.

Die neuen Vorgaben gelten ab dem 1. Juli für Schlachthöfe, Zerlegebetriebe und vorrangig fleischverarbeitende Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten. Die Ergebnisse werden dann ebenfalls an den Kreis übermittelt, der diese dann dem so genannten Cluster der Moerser Dönerproduktion zuordnen kann.

Insgesamt war die Anzahl der Infektionen am Dienstag im Vergleich zum Vortag nur leicht angestiegen. Am Dienstag – Stand 12 Uhr – waren nach Kreisangaben 786 Personen infiziert. Am Montag waren es 784. Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz im Kreis Wesel liegt damit bei 23,5, heißt es in einer Mitteilung an die Presse.

Am Mittwoch gab es Reihentestungen

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle mit Covid-19 war im Kreis Wesel über das Wochenende einmal stark angestiegen. Nach Angaben des Kreises vom Montag lag der Stand aktuell bei 784 Fällen. Am Freitag lag die Zahl nach Kreisangaben bei 748. Den hohen Anstieg rechnet die Kreisverwaltung dem Infektionsgeschehen bei der Moerser Öztas Dönerproduktion GmbH & Co KG zu. Dort hatte es wie berichtet am vergangenen Mittwoch Reihentestungen der Mitarbeiter gegeben.

Der Anstieg der Infektionszahlen hat Auswirkungen auf die Inzidenzzahl. „Für die Berechnung der Inzidenz werden die Neuinfektionen der letzten 7 Tage addiert“, erinnert der Kreis in einer Pressemitteilung am Montagmorgen. In den vergangenen Wochen habe der Kreis Wesel nur eine geringe Anzahl an Neuinfektionen verzeichnet. Nun sei die Zahl in kurzer Zeit durch den Fall in Moers verhältnismäßig stark angestiegen. Dies wirke sich heute und in den folgenden Tagen auf die Inzidenz aus, kündigt eine Sprecherin an.

Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz im Kreis Wesel lag demnach am Montag damit bei 23,7. Die 7-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage bezogen auf jeweils 100.000 Einwohner gemeldet wurden. Zum Thema eines möglichen Lockdown wollte sich der Kreis nicht äußern. „Wir müssen weiterhin die Lage beobachten“, sagte die Kreissprecherin.

Die Fahrer wurden mit getestet

Der Großteil der Neuinfektionen seien Mitarbeiter der Firma Öztas, die jetzt den entsprechenden Kommunen zugeordnet werden konnten, hatte die Sprecherin am Montagmorgen auf NRZ-Nachfrage gesagt. Das sei ein laufender Prozess. Bei der Kreisverwaltung habe man die Anzahl der Mitarbeiter, die für die Kontaktnachverfolgung eingesetzt werden, erhöht, hieß es weiter.

Wie es weiter auf Nachfrage hieß, beschäftigt das Moerser Unternehmen eigene Fahrer, die das Dönerfleisch an die Kunden ausliefern. Diese seien im Zuge der Reihentestungen ebenfalls getestet worden und sind somit Teil der Statistik.

„Darüber hinaus arbeitet die Firma mit Speditionen zusammen“, sagte die Sprecherin des Kreises weiter. Diese Fahrer blieben aber in der Logistikkette außerhalb des Gebäudes. „Wenn es einen Kontakt gibt, dann mit dem Büropersonal“, sagte die Sprecherin. Und das unter Berücksichtigung der notwendigen Regeln und Hygienemaßnahmen, sprich: Mund-Nase-Bedeckung und Abstand. Das Büropersonal ist nach Kreisangaben negativ getestet worden: „Es gibt keinen positiven Fall im Büro.“

Anfang Mai hatte es auch in Moers die vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW erlassenen Reihentestungen aller Mitarbeitenden von Schlachtbetrieben gegeben. Nach Kreisangaben mit negativen Ergebnissen. Da bei Öztas, wie es heißt, etliche Mitarbeiter in Kurzarbeit oder im Urlaub waren, seien Nachtestungen notwendig geworden. Dabei hatte es 17 positive Ergebnisse gegeben, woraufhin am Mittwoch vergangener Woche die Reihentestungen durchgeführt wurden.

Es gibt einen weiteren Verdachtsfall

Darüber hinaus gibt es einen Corona-Verdachtsfall bei einer angestellten Person im Johannes-Rau-Haus in Moers. „Der Fachdienst Gesundheitswesen des Kreises Wesel streicht heute die Kontaktpersonen ab“, heißt es auf NRZ-Nachfrage. Sollte einer dieser Test positiv ausfallen, testet der Kreis Wesel alle Mitarbeiter und Bewohner der Einrichtung im Rahmen einer anlassbezogenen Reihentestung, heißt es weiter: „Dies dient der frühen Risikoerkennung und der Kontrolle von lokal begrenzten Vorfällen.“

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