Taxi-Branche

Nach Wencek-Aus: City-Hopser stockt Flotte in Moers auf

Die Autos mit dem Känguru gehören zum Unternehmen City-Hopser.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Die Autos mit dem Känguru gehören zum Unternehmen City-Hopser.

Moers.   Nach dem Wencek-Aus hat die Firma City-Hopser weitere Konzessionen beim Kreis beantragt. Reicht das aus, um den Bedarf an Karneval zu decken?

Die tollen Tage stehen vor der Türe, und die Polizei rät den Autofahrern, die Hände nach dem Feiern vom Lenkrad zu lassen – es ist die Zeit, in der das Taxi- und Mietwagengeschäft seine Hochkonjunktur hat. Doch nachdem die „Taxi- u. Minicarzentrale Moers GmbH“ überraschend ihren Betrieb einstellte, erhebt sich die Frage, ob über Karneval überhaupt genug Fahrzeuge zur Verfügung stehen, um das Narrenvolk sicher nach Hause zu bringen. Die NRZ fragte nach.

Dieter Kreilkamp ist beim Kreis Wesel zuständig für die Konzessionsvergabe für Taxen und Mietwagen. Das Fehlen der „Gelben“ der Firma Wencek würde im Straßenbild sicherlich auffallen, so Kreilkamp, aber eine unüberbrückbare Lücke würden sie wohl nicht hinterlassen. Ein Antrag auf 14 neue Mietwagenkonzessionen läge dem Kreis vor, und „die könnten vor Karneval noch auf der Straße sein“, so Kreilkamp. Dann würde man den Wegfall der Wencek-Fahrzeugflotte gar nicht spüren.

Genehmigungen gibt es noch an Altweiber

Hinzu käme, dass der Kreis kurz vor Jahresende bereits sieben neue Taxi- und Mietwagenkonzessionen erteilt habe. Damit die Personenbeförderung gerade zu Karneval erfüllt werde, verfahre man mit den Fristen sehr großzügig. Wenn es nach ihm ginge, könnten 14 neue Fahrzeuge ab Altweiber um 12 Uhr auf die Straße.

Doch ganz so schnell geht es beim City-Hopser, der diese Konzessionen beantragt hat, dann doch nicht. Wenn man früher davon gewusst hätte, dass der Konkurrent den Geschäftsbetrieb einstelle, hätte man früher reagieren können, heißt es dort. Es werde möglicherweise ein bis zwei Monate dauern, bis man alle 14 nutzen könne, da die Autos noch umgerüstet und die Taxameter zum Eichamt gegeben werden müssten. Immerhin hoffe man, einige zusätzliche Fahrzeuge bis zum Nelkensamstag auf der Straße zu haben.

Taxi-Chef fordert Begrenzung bei Konzessionen

Auf jeden Fall werde man über die Karnevalstage alle verfügbaren Fahrzeuge einsetzen; abgesehen davon spüren die Moerser Taxi- und Mietwagenbetriebe nach dem Wencek-Aus eine durchaus erhöhte Nachfrage.

Dass sich die Preisgestaltung dieser Firma nicht habe rechnen können, meint Taxiunternehmer Ertan Yanik. „Zum Flughafen Düsseldorf für 18 Euro? Das rechnet sich vorn und hinten nicht.“ Der Moerser, der in sein Familienunternehmen hineingewachsen ist, setzt da lieber auf „Klasse statt Masse“. Er fordert, die Mietwagenkonzessionen ebenso zu begrenzen wie die für Taxen.


>>INFO
Mietwagen müssen nach Abwicklung eines Auftrages theoretisch zurück in die Zentrale, aber die Unternehmer sind frei in der Gestaltung des Fahrpreises.

Die Taxi-Preise hingegen sind behördlich vorgeschrieben, da die Fahrzeuge eine Aufgabe innerhalb des öffentlichen Nahverkehrs übernehmen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik