Bildung

Neue Medien: Europaschule koordiniert europäisches Projekt

Die Lehrer der Gastschulen beim Stadtrundgang mit Dezernent Christoph Müllmann (l.), Bürgermeister Christoph Landscheidt (2.v.l.) und der Schulleiterin der Europaschule, Barbara Mennekes.

Foto: Arnulf Stoffel

Die Lehrer der Gastschulen beim Stadtrundgang mit Dezernent Christoph Müllmann (l.), Bürgermeister Christoph Landscheidt (2.v.l.) und der Schulleiterin der Europaschule, Barbara Mennekes. Foto: Arnulf Stoffel

Kamp-Lintfort.   Wie geht Schule mit Handy, Tablet und Co um? Ein erster Erfahrungsaustausch in Kamp-Lintfort zeigt jetzt: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

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In Zeiten, in denen die Kinder quasi mit dem Mobiltelefon in der Hand auf die Welt kommen, rückt das Thema Digitalisierung an Schulen immer mehr in den Mittelpunkt. Die Europaschule beschäftigt sich damit nun im Rahmen eines Erasmus-Projekts auf europäischer Ebene.

Derzeit sind Lehrer von Schulen aus Estland, Lettland, Spanien, den Niederlanden und Polen zu Gast, um zu sehen, wie die jeweils anderen Länder Laptops und Tablets in den Unterricht einbringen. Ziel ist es, bis 2020 soweit voneinander zu lernen, dass man gemeinsam Apps oder Lernpfade entwickelt, aber auch die Medienerziehung nicht vergisst. In Zeiten von Fake-News und Cyber-Mobbing besonders wichtig. Das Projekt koordiniert die Europaschule und trägt die Verantwortung.

An der Europaschule geht viel übers eigene Handy

Dass der Weg kein leichter wird, wurde am Montag im Gespräch mit der Presse deutlich. Denn wie mit neuen Medien in den Schulen umgegangen wird, ist sehr unterschiedlich. Während an der Europaschule viel über das persönliche Handy geht, berichten die Niederländer etwa, dass ihre Schüler zwingend ein I-Pad anschaffen müssen und damit arbeiten. Ja, die Technik ist ein Segen, aber nicht alles ist Gold, was glänzt. Denn gleichzeitig stellen die Lehrer fest, dass die Handschrift der Kinder oder Jugendlichen schlechter wird.

„Was soll denn da stehen?“, ist eine oft gestellte Frage, wenn Handschriftliches abgegeben wird. Mit Fingerübungen soll dem nun entgegen gesteuert werden. „Ich sehe das aber auch bei mir, dass meine Handschrift vor zehn Jahren deutlicher ist als heute“, stellt die Lehrerin selbstkritisch fest. Und: Das Interesse der Schüler am guten alten Buch wachse.

In Polen ist schon die Geräte-Ausstattung ein Problem

Die polnischen Kollegen dagegen geben zu: „Wir haben noch nicht so spektakuläre Erfahrungen in diesem Bereich, aber wir fühlen die Notwendigkeit schon.“ Schon allein die Ausstattung mit entsprechenden Geräten sei ein Problem.

Die Kollegen aus Estland dagegen haben Tablets in der Schule, es gibt einen „Digi-Monat“, in dem alles per Computer gemacht wird und einen unterrichtsfreien Tag, an dem die Schüler zu Hause mit dem Gerät arbeiten. „Wir haben sehr interessante Erfahrungen gemacht.“ Unter anderem die, dass es zuweilen nicht die Schüler, sondern die Lehrer sind, die sich schwer tun im Umgang mit moderner Technik.

Das digitale Zeitalter führt Lettland in die Wolke

Nachholbedarf sehen auch Lehrer der mallorquinischen Schule. Es gebe zwar eine Art „Moodle“, ein Netzwerk, auf dem Lerninhalte zur Verfügung gestellt werden, aber viel mehr passiere derzeit nicht.

Sehr sportlich dagegen nimmt die lettische Schule das Thema Digitalisierung. In einer Cloud werden Aufgaben hinterlegt, mit denen man sein Wissen überprüfen kann, der Computer korrigiert und vergibt Zensuren. Dem Fleiß der Schüler wird dabei ein wenig auf die Sprünge geholfen: „Es gibt ein Punktesystem, wer was in wieviel Zeit arbeitet. Es ist ein Wettbewerb. Unsere Kinder mögen das.“

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