Neuer Glanz für die alte Mühle

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DENKMALSCHUTZ. Hans-Jürgen Dahlen sammelt Foto-Dokumente fürs geplante Aktionsmuseum. Schon Anfragen von Bildhauern.

SEVELEN. Vorsichtig bewegt sich Manfred Störmer weit oben auf dem Gerüst, das derzeit die Dahlenmühle umgibt. In luftiger Höhe entfernt der Maurermeister den alten und teils bröckelnden Mörtel aus dem Mauerwerk und ersetzt zerbrochene Feldbrandsteine durch ganze Exemplare, die Mühlenbesitzer Hans-Jürgen Dahlen vorsorglich gehortet hat. Störmer und sein Kollege Karsten Bongers sind damit beschäftigt, das Äußere des Mühlenturms zu sanieren.

Bereits vollständig entfernt haben sie die Birken, die sich im Laufe von Jahren in den Fugen angesiedelt und beträchtliche Schäden verursacht hatten. Teils mit Winkelschleifer und teils mit Stemmgeräten werden die Fugen offengelegt. Auch gilt es, die Spuren eines Granattreffers aus dem Zweiten Weltkrieg, die provisorisch repariert worden waren, gründlich zu beseitigen.

Spezialmörtel soll Schutz bringen

Im nächsten Schritt ist, wie Manfred Störmer schildert, die Reinigung der Mauersteine mit einem feinen Sandstrahlgebläse vorgesehen. Dann wollen die beiden Mitarbeiter von der Firma Wevering aus Hamminkeln die Fugen mit einem speziellen Mörtel schließen, "der sich elastisch mit den Feldbrandsteinen verbindet". Um den Mühlenturm gegen Feuchtigkeit zu schützen, soll er abschließend versiegelt, aber nicht imprägniert werden. Der Maurermeister rechnet damit, dass sich die von Land und Gemeinde geförderten Sanierungsarbeiten über bis zu 20 Tage erstrecken.

Im Anschluss daran wollen Hans-Jürgen und Irmhild Dahlen die Schließung der ringförmigen Anbauten im unteren Bereich in Angriff nehmen, wo nicht nur der Sanitärbereich für das geplante Aktionsmuseum vorgesehen ist, sondern auch die Räumlichkeiten, in denen Besucher mit Kaffee und Kuchen versorgt werden sollen. Ansprechend sieht die inzwischen fertiggestellte Pflasterung vor dem Haupteingang aus, in die auch dekorativ ein halber Mühlstein integriert ist.

Nach altem Vorbild neu geschaffen wurde das zweiflügelige Tor. Die Beschläge mit Angeln schuf ein Schmied aus Issum. Mit der Sanierung im Innern der Mühle wollen die Dahlens erst loslegen, wenn der Turm außen fertig und vollständig dicht ist. In mehreren Schritten möchten sie sich um Fördermittel für die Treppen zu den einzelnen Geschossen bemühen. Und mit einer Finanzspritze von der Westfalen-Stiftung rechnet der Mühlenherr, wenn's an die Einrichtung des Museums geht.

Dafür sammelt er schon eifrig Foto-Dokumente, die das Denkmal auch zeigen, als neben dem Turm noch ein Getreidelager mit hohem Schornstein stand, das Alliierte Ende des Zweiten Weltkriegs in Schutt und Asche legten. Irmhild Dahlen erläutert, dass der Mühlenverein, der momentan zwölf Mitglieder hat, noch weitgehend ruht. Aber das wird sich nach ihrer Einschätzung rasch ändern, sobald Räumlichkeiten in der Dahlenmühle nutzbar sind. Schon jetzt gebe es hin und wieder Anfragen von Künstlern, die im großzügigen Außengelände des markanten Sevelener Denkmals ihre Skulpturen präsentieren möchten.FÖRDERUNG Die Sanierung des Mauerwerks möchte das Land mit 40 000 Euro unterstützen. Und die Gemeinde Issum will zu den Kosten 23 400 Euro beisteuern. (erp.)

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