Soziales

Neukirchen-Vluyn: Breitere Aufstellung der Pflegeberatung

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Sollte sich der Kreis für eine Neukonzeptionierung der Pflegeberatung entscheiden, hätte die Stadt Neukirchen-Vluyn zwei Möglichkeiten. Teurer wird es aber in beiden Fällen.

Sollte sich der Kreis für eine Neukonzeptionierung der Pflegeberatung entscheiden, hätte die Stadt Neukirchen-Vluyn zwei Möglichkeiten. Teurer wird es aber in beiden Fällen.

Foto: dpa

Neukirchen-Vluyn.  Der Kreis möchte die Pflegeberatung erweitern. Für die Stadt wäre das teurer, aber auch eine Verbesserung. Es gäbe aber noch eine Möglichkeit.

Weil die Zahl der Pflegebedürftigen stetig zunimmt und die Leistungs- und Kostenstruktur immer komplexer wird, plant der Kreis Wesel eine breitere und professionellere Aufstellung der trägerunabhängigen Pflegeberatung in den Kommunen. Schneller und umfangreicher soll sie werden, mit mehr Aufgaben und mehr Kompetenzen betraut, um den Menschen jederzeit verlässliche Ansprechpartner zu bieten, vor allem in akuten Bedarfssituationen. Die Beratung solle sowohl persönlich (auch aufsuchend) als auch telefonisch oder schriftlich in Anspruch genommen werden können, heißt es unter anderem in einem Konzept, das der Kreispolitik bereits zur Beratung vorgelegt wurde.

Die Neuausrichtung würde zukünftig hohe Anforderungen an das Personal stellen, das auf kommunaler Ebene mit der Beratung betraut ist. In einigen Kommunen des Kreises gibt es bereits ausgewiesene Fachkräfte, die sich darum kümmern. In anderen Kommunen, darunter in Neukirchen-Vluyn, werden die Aufgaben unterdessen von Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern ohne entsprechende Fachausbildung wahrgenommen, sodass die Beratung dort im Rahmen der gesetzlichen Pflichtaufgabe als Anlauf- und Auskunftsstelle stattfindet. Eine aufsuchende Beratung ist demnach nur in Ausnahmefällen möglich.

In Neukirchen-Vluyn nimmt die Beratung derzeit einen Stellenanteil von 0,3 ein, der vom Kreis mit 11.751 Euro gefördert wird. Wird das neue Konzept auf Kreisebene beschlossen, fällt diese Förderung weg und die Stadt muss das Geld für die Pflichtaufgabe komplett selbst aufbringen, die weiterhin bestehen bleibt.

Um die Beratung aber nun auf noch professionellere Beine zu stellen, müsste eine zusätzliche Pflegefachberatung mit einem Stellenanteil von 0,5 geschaffen, geeignetes Fachpersonal gefunden und schließlich bezahlt werden. Die Kosten für diese ergänzende halbe Pflegeberatungsstelle belaufen sich auf 32.850 Euro pro Jahr, von denen der Kreis dann 19.286 Euro fördern würde.

Für Neukirchen-Vluyn würde das einen Mehraufwand von 13.564 Euro bedeuten. Gemeinsam mit dem ohnehin hinzukommenden Anteil für die 0,3-Stelle käme man so insgesamt auf 25.315 Euro pro Jahr. Die Stadt muss sich entscheiden, ob sie das möchte. Eine andere Möglichkeit wäre, weiterhin ausschließlich die Pflichtaufgabe zu erfüllen und die tiefergehende Beratung von Pflegebedürftigen dem Kreis zu überlassen.

Auf Kreisebene müsse zunächst die Entscheidung für das Konzept fallen, sagt die Erste Beigeordnete, Margit Ciesielski, im Gepräch mit der Redaktion, macht zugleich aber auch deutlich, wie die Verwaltungsposition in diesem Fall aussehen würde. Grundsätzlich sei eine zusätzliche Pflegefachkraft eine „Aufwertung“ und eine qualifizierte, auch aufsuchende Pflegeberatung vor Ort „immer vernünftig und zielführend“, so Ciesielski. Andererseits sei diese Frage im Rahmen der Haushaltskonsolidierung auch nicht einfach zu beantworten, so die Beigeordnete mit Blick auf die Politik, die diese Entscheidung zu treffen hätte.

Das Konzept des Kreises wird dem Sozialausschuss in Neukirchen-Vluyn am Mittwoch, 22. September, vorgelegt.

Rund 130 Beratungsgespräche hat die Pflegeberatung in Neukirchen-Vluyn laut Margit Ciesielski im vergangenen Jahr geführt.

Mit dem Treff 55 des Diakonischen Werks als Kooperationspartner arbeite man in vielen Fällen bereits zusammen.

Bei tiefergehenden Beratungen verweist die Stadt die betroffenen Menschen bislang an das Kooperationsbüro Pflege des Kreises. Das Kooperationsbüro mit 1,5 Stellen würde aber im Falle des neuen Konzeptes in das neue und zentrale Pflegeangebot des Kreises integriert.

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