Schiedsamt

Neukirchen-Vluyn hat jetzt offiziell eine neue Schiedsfrau

Andreas Klimaschka (Vorsitzender der Bezirksvereinigung), Richterin Dr. Monika May, Sonja Püskens, Heiko Massold, Monique Jaegers und Bürgermeister Harald Lenßen bei der „Übergabe“ in Neukirchen-Vluyn.

Andreas Klimaschka (Vorsitzender der Bezirksvereinigung), Richterin Dr. Monika May, Sonja Püskens, Heiko Massold, Monique Jaegers und Bürgermeister Harald Lenßen bei der „Übergabe“ in Neukirchen-Vluyn.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Neukirchen-Vluyn.  In Neukirchen-Vluyn gibt’s einen Wechsel im Schiedsamt. Heiko Massold geht, Monique Jaegers kommt. Sonja Püskens bleibt und hat etwas beobachtet.

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Jetzt ist es offiziell. Monique Jaegers ist die neue Schiedsfrau für den Bezirk Neukirchen. Die 36-Jährige ist am Dienstag in ihre Tätigkeit als Schiedsfrau eingeführt worden. Zu diesem Anlass ist die stellvertretende Direktorin des Moerser Amtsgerichtes, Dr. Monika May, angereist. Sie ist die dienstliche Vorgesetzte der Schiedsleute in Moers und Neukirchen-Vluyn.

Gleichzeitig ist Heiko Massold, der die Funktion aus „persönlichen Gründen“ nicht weiter bekleiden möchte, mit vielen Dankesworten verabschiedet worden. Zehn Jahre lang hat der 49-Jährige mit dafür gesorgt, dass die eine oder andere Streitigkeit nicht vor Gericht ausgetragen werden musste, sondern unter Vermittlung einer Schiedsperson außergerichtlich gelöst werden konnte. Etwa zehn Fälle sind das offiziell pro Jahr, sagt Massold. Dazu kommen rund 15 bis 18 Fälle, bei denen es gar nicht zur Antragsstellung kommt; hier genügt zuweilen ein Telefonat.

Sonja Püskens geht jetzt in ihre zweite Amtsperiode. Die 48-Jährige ist für den Schiedsamtsbezirk Vluyn zuständig. Darüber hinaus ist sie Geschäftsführerin und stellvertretende Vorsitzende in der Bezirksvereinigung Krefeld-Moers.

Großes Lob für die Schiedsleute

Es gebe schon Unterschiede in der Art der Fälle, sagt Püskens. In Neukirchen seien es eher Angelegenheiten in den Bereichen Strafrecht, Beleidigung und Bedrohung; in Vluyn habe sie mehr mit Nachbarschaftsstreitigkeiten zu tun. Püskens: „Ich diskutiere über fünf Zentimeter Gartenzaun.“ Dass es dabei oft gar nicht um den Zaun geht, sondern um viel tieferliegende Probleme, weiß auch die stellvertretende Amtsgerichtsdirektorin. 98 Prozent der Fälle kämen nicht wieder zurück, heißt es. Umso mehr schätzt May die ehrenamtliche Tätigkeit der Schiedspersonen. Sie hielten die „schlimmsten Fälle“ fern, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Bürgermeister Harald Lenßen lobte die zielführenden Verhandlungen und Gespräche der Schiedspersonen. Um die Aufgabe zu übernehmen, ist kein Studium notwendig. Soziale Fähigkeiten und die Gabe, vermitteln zu können, sind wichtig.

In Neukirchen-Vluyn hatten sich sechs Personen beworben

Einfach ist die ehrenamtliche Tätigkeit aber auch in fachlicher Hinsicht nicht. Beim Thema Nachbarschaftsstreit müssen ebenfalls entsprechende Kenntnisse vorhanden sein. Die wird Monique Jaegers in den kommenden Wochen weiter verinnerlichen. Von Heiko Massold hat sie wichtige Tipps und viel Lektüre bekommen. Im Frühjahr stehen Seminare an.

Insgesamt hatten sich sechs Personen beworben, was von May und dem Vorsitzenden der Bezirksvereinigung, Andreas Klimaschko, positiv gesehen wird. „Man merkt, dass sich die Gesellschaft verändert und die Leute sehr egoistisch werden“, sagt Püskens.

Mehr zu den Schiedsleuten auf: www.schiedsamt-neukirchen-vluyn.de

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