Schule in Neukirchen-Vluyn

Neukirchen-Vluyn: Internationale Begegnung am Gymnasium

Internationale Gäste am JSG (v.l.): Grete, Eeva und Kätlin kommen aus Estland, Muriel aus Neukirchen-Vluyn.

Internationale Gäste am JSG (v.l.): Grete, Eeva und Kätlin kommen aus Estland, Muriel aus Neukirchen-Vluyn.

Foto: Norbert Prümen

Neukirchen-Vluyn.   Das Julius-Stursberg-Gymnasium hat zurzeit Gäste aus Norwegen und Estland. Gemeinsam wird an einem Projekt gearbeitet, doch es geht um mehr.

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Dass sich Schüler in Europa zum Austausch treffen, ist nichts Besonderes. Wenn aber Gymnasiasten aus Neukirchen-Vluyn, Viljandi/Estland und Stryn/Norwegen gemeinsam ein komplexes Thema angehen, um dies dann den Daheimgebliebenen als Unterrichtsstoff zu präsentieren – dann handelt es sich um das Projekt Erasmus-plus der EU. Seit zehn Jahren treffen sich deutsche, norwegische und estnische Schüler. Wobei nicht nur gearbeitet wird, sondern auch Freundschaften geknüpft wurden.

„Themen des aktuellen Projekts sind der Elektroschrott, das Recycling, dies insbesondere bei den Handys“, schildert Projektleiterin Gabriele Sommer. JSG-Schulleiterin Dr. Susanne Marten-Cleef ergänzt: „Dies ist das vierte Erasmus-Projekt. Bisher ging es schon um Ernährung, Landwirtschaft, Musik und Tanz.“ Der Aufwand für die Anträge sei hoch, es gehe aber auch um zwei, drei Jahre Projektdauer.

Von der EU fließt ein fünfstelliger Betrag

Dafür fließt dann gutes Geld von der EU, ein fünfstelliger Betrag diesmal für das Abfall-Projekt. „Beispielsweise sind alle die Fahrtkosten für die Reisen zwischen den drei Ländern darin enthalten“, sagt Gabriele Sommer. Schon der Weg zu der abgelegenen norwegischen Schule sei kostenintensiv. Erst im November seien die Gruppen aus Estland zurückgekehrt, im April gehe es nach Norwegen – alles unter dem Thema Müll und Recycling.

Beim aktuellen Treffen besuchten die Schüler bereits das Remondis-Werk in Lünen, wo Elektroschrott recycelt wird. Auch ein Besuch im Zentrum Asdonkshof ist geplant.

Deutsche Schüler beherbergen die Gäste

Die sechs norwegischen, sechs estnischen und zwölf deutschen Schüler (die zuhause einen Gast beherbergen) arbeiten heute in Gruppen an dem umfangreichen Thema. Die Stursberg-Schülerinnen Muriel, Jasmin und Hella beispielsweise arbeiten an Plakaten, die die „Hitliste“ der Wegwerfländer verdeutlichen. Celina und Helena aus Norwegen befassen sich mit dem Produzenten Fairphone in Amsterdam, der Handys fair herstellt und sogar Reparaturanleitungen mitliefere, wie Helena bekundet.

In Norwegen sagt man du zu den Lehrern

Lehrerin Olaug Kvamme meint: „Es wartet zuhause noch viel Arbeit auf die Schüler, sie gehen dort in alle Klassen und referieren über diese Arbeit hier.“ Erforscht wird auch, aus welchen Stoffen Handys hergestellt werden und wie man sie recyceln kann. Andere Schüler wollen aufzeigen, unter welchen Bedingungen seltene Erden im Kongo gewonnen werden.

Daneben bleibt auch Raum für Privates: Helena berichtet, dass es in der Schule in Norwegen familiär zugehe: „Wir duzen die Lehrer.“ Und Estin Kätlin wundert sich, dass keiner hier die Schuhe ausziehen muss. Tiia Pukk aus Estland: „Das Schulsystem ist unterschiedlich, aber zuhause ist alles ziemlich ähnlich.“

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