Gastronomie

Neukirchen-Vluyn: Keine Zukunft für Haus Achterath?

Das Restaurant Achterath’s in Rayen.

Das Restaurant Achterath’s in Rayen.

Foto: Volker Herold

Neukirchen-Vluyn.   Mehr als ein Jahr nach der Schließung des „Achterath’s“ ist die Zukunft des Hauses ungewiss. Nicht mal der Insolvenzverwalter will das Haus haben.

Für das seit Ende 2017 geschlossene Restaurant Achterath in Rayen gibt es offenbar keine Zukunft mehr. Nicht einmal der Insolvenzverwalter will es haben, was allerdings an der wertausschöpfenden Belastung der Immobilie liegt.

„Wertausschöpfend belastet“, bedeutet laut Kai-Ulrich Hasskerl, Rechtsanwalt im Büro des Duisburger Insolvenzverwalters Dr. Sebastian Henneke, dass die Belastungen auf der Immobilie so hoch sind, dass durch die Vermarktung kein Überschuss erzielt werden kann. Dabei hatte Hasskerl nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Mai vergangenen Jahres sogar noch einen Versuch unternommen, Käufer für die Immobile an der Geldernsche Straße zu finden. „Es waren auch einige Interessenten da“, berichtet er. Sie winkten jedoch allesamt ab, nicht zuletzt wegen der komplizierten Parkplatzsituation. Roger Achteraths Bruder gehört die benachbarte Tankstelle, so der Anwalt. Da sei es früher kein Problem gewesen, wenn die Restaurantgäste abends „auf Zuruf“ dort ihre Autos abstellten. Eine förmliche Vereinbarung habe es aber nie gegeben, so dass ein neuer Eigentümer nicht darauf vertrauen könne, das Gelände ebenfalls als Parkplatz zu nutzen: „Der weiß dann nicht, wohin mit den Autos seiner Gäste.“

Schäden am Dach erschweren Verkauf

Erheblich erschwert werde der Verkauf des Hauses zudem, weil inzwischen weitere gravierende Schäden, unter anderem am Dach, aufgetreten seien, berichtet der Insolvenzverwalter weiter. Er habe das Achterath’s schließlich „freigegeben“, um Belastungen für die Insolvenzmasse zu vermeiden, da ohnehin kein Übererlös zu erwarten gewesen sei. Im bisherigen Insolvenzverfahren wurde Roger Achteraths gesamtes pfändbares Privat- und Geschäftsvermögen ermittelt und – soweit möglich – verwertet, um die Ansprüche der Gläubiger bestmöglich befriedigen zu können.

Unter ihnen sind etliche Achterath-Kunden, die Gutscheine für das Lokal erworben hatten. Viele haben Ansprüche zur Insolvenztabelle aufnehmen lassen, obwohl sich der Aufwand bei einer voraussichtlichen Quote von rund 2 Prozent kaum lohnen dürfte. Wer einen Gutschein über 100 Euro gekauft hat, erhält bei Abschluss des Insolvenzverfahrens 2 Euro.

Haus wird wahrscheinlich zwangsversteigert

Nach Überzeugung von Hasskerl sind Roger Achteraths Probleme nicht in dem Betrieb in Rayen entstanden, sondern durch das Seehaus in Duisburg, das er bis zu dessen Insolvenz 2013 gleichzeitig betrieben hatte. Sie bescherten dem mit zwei Gault-Millau-Hauben ausgezeichneten Gastronomen Verbindlichkeiten in Millionenhöhe. Wegen der Verbindlichkeiten aus Duisburg war offenbar auch sein Spielraum beim Betrieb des Achterath´s eingeschränkt, was zu weniger Umsatz und einer Beschleunigung der Talfahrt führte.

Was aus dem Gebäude, seit 1771 im Eigentum der Familie Achterath, wird? Laut Hasskerl besteht das übliche Vorgehen in derartigen Fällen darin, dass von dem Sicherungsgläubiger eine Zwangsversteigerung beantragt wird.

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