Mordprozess

Neukirchen-Vluyner steht wegen Lanzenangriff vor Gericht

Sitzungssaal des Landgerichts Kleve..

Sitzungssaal des Landgerichts Kleve..

Foto: Niklas Preuten

Neukirchen-Vluyn/Kleve.   Ein 60-Jähriger muss sich vor dem Schwurgericht in Kleve wegen versuchten heimtückischen Mordes verantworten. Er soll schuldunfähig sein.

Es war wohl einer der schlimmsten Situationen im Neukirchen-Vluyner Rathaus: Am 20. Juni des vergangenen Jahres tauchte ein Mann mit einer selbst gebastelten Lanze im Sozialamt auf und versuchte, einen Mitarbeiter damit zu erstechen. Am nächsten Mittwoch wird dem heute 60-Jährigen vor dem Schwurgericht in Kleve der Prozess gemacht. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet auf versuchten heimtückischen Mord.

Es war kurz nach 9 Uhr, als der 60-Jährige im Sozialamt auftauchte. In der Hand hielt er einen Besenstiel, auf dem er ein Messer befestigt hatte. Laut Anklage soll er das Büro eines 54-jährigen Sachbearbeiters betreten und zielgerichtet einen Stich in Richtung des Brustkorbes seines Opfers geführt haben – und das in der Absicht, den Sachbearbeiter heimtückisch zu töten.

Kollegen eilten dem Mitarbeiter zu Hilfe

Dem gelang es jedoch, den Lanzenstich mit der linken Hand abzuwehren, bevor Kollegen ihm zu Hilfe eilten und den Täter festhielten, bis die Polizei eintraf. Bei seiner Gegenwehr wurde der Sachbearbeiter an der Hand verletzt, weshalb der Täter auch wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt ist.

Bei dem Prozess handelt es sich allerdings um ein so genanntes Sicherungsverfahren, da der Angeklagte aus Neukirchen-Vluyn zur Tatzeit aufgrund einer paranoiden Schizophrenie schuldunfähig gewesen sein soll.

Nach seiner Festnahme im Juni 2016 hatte ein Richter bereits seine Unterbringung in einer Psychiatrie angeordnet. Sollte das Schwurgericht zur Anwendung des Paragrafen 63 Strafgesetzbuch kommen, würde der 60-Jährige unbefristet in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

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