Wirtschaft

Neukirchen-Vluyner Werbering und Stadt organisieren Hilfe

Der Neukirchen-Vluyner Bürgermeister  Harald  Lenßen appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, online zuerst bei lokalen Händlern zu suchen.

Der Neukirchen-Vluyner Bürgermeister  Harald Lenßen appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, online zuerst bei lokalen Händlern zu suchen.

Foto: Thorsten Rogsch / Stadt

Neukirchen-Vluyn.  Werbering Neukirchen-Vluyn will Mitgliedern helfen und fragt Bedarfe ab. Auch die Stadt organisiert Angebote, die lokalen Händlern helfen sollen.

Der schnuckelige Dekoladen zu, der kleine Klamottenladen auch. In Coronazeiten wird kein Schmuck gekauft und nicht im Laden nach Büchern gesucht. Die Situation bedeutet nicht nur eine wirtschaftliche Herausforderung für Einzelhändler, für manchen ist die Lage existenziell. Für kleine und mittelständische Betriebe seien Zuschüsse die einzig tragende Lösung, meint Gernot Fietze, der Vorsitzende des Werberings. Er spricht von einem „erheblichen Umsatzausfall“, der nicht nachgeholt werden kann. „Das macht mir Sorgen.“

Zudem: Viele Unternehmen seien lange bemüht gewesen, Fachpersonal zu bekommen – jetzt sei es wichtig, die Ansprüche der Arbeitnehmer zu bedienen. Sprich: die Löhne zu zahlen. „Aber die Erträge stimmen nicht“, sagt Fietze und spricht von einer wirtschaftlichen wie menschlichen Problematik. Andererseits sei er beeindruckt, wie fantasievoll zum Beispiel Lieferdienste organisiert und Kundenkontakte aufrechterhalten würden.

Wie der Vorsitzende im NRZ-Gespräch sagt, ist der Werbering derzeit dabei, die Bedarfe seiner Mitglieder abzufragen. 160 bis 170 sind das. Ursprünglich hatte die Interessengemeinschaft in diesem Jahr Jubiläum feiern wollen: 50 Jahre. Die Party fällt aus, zumindest vorerst. Das Geld, das eigentlich für die Feierlichkeiten vorgesehen war, soll nun umgelenkt und für die Hilfe der Mitglieder eingesetzt werden. „Wir wissen noch nicht, welche Bedarfe es gibt“, sagt Fietze.

Mitglieder können sich per Mail mit ihren Anliegen melden (kontakt@werbering-nv.de).

Derweil lobt Bürgermeister Harald Lenßen, dass sich die Bürger an die Verordnung halten und sich die Geschäftsleute vorbildlich verhalten. Allerdings, so Lenßen: „Während es aber für die meisten Menschen nur bedeutet, zu Hause zu bleiben, stellt diese Kontaktsperre eine existentielle Bedrohung für unsere vielen kleinen Händler, Gastronomen, Selbstständige, Freiberufler und Dienstleister dar.“

Mit der Aktion #handelSinNVoll wolle man, dass sich alle solidarisch zeigen. „Online shoppen ja, aber lokal. Unser Handel ist kreativ. Viele bieten jetzt Lieferdienste an, viele bauen diese aus, viele entwickeln Gutscheine. Ich bitte Sie, diese Angebote wahrzunehmen.“ Lenßen: „Wir haben die Seite www.handelSinNVoll.de entwickelt“, die nach und nach Angebote lokaler Händler, Dienstleister und Handwerker listet. Sein Appell: „Schauen Sie ab morgen zuerst auf diese Seite.“

Kontakt für Anbieter: stadtmarketing@neukirchen-vluyn.de.

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