Senioren

Neukirchen-Vluynerin ist mit 109 Jahren noch putzmunter

Adele Rodenstein erledigt noch vieles selbst in ihrer Wohnung.

Foto: Heiko Kempken

Adele Rodenstein erledigt noch vieles selbst in ihrer Wohnung. Foto: Heiko Kempken

Neukirchen-Vluyn.   Adele Rodenstein ist älteste Bürgerin von Neukirchen-Vluyn. Ihr Rezept fürs Altwerden ist der Frohsinn. Unterhaltung gibt es in der Tagespflege.

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109 Jahre alt ist sie vor ein paar Tagen geworden: Adele Rodenstein ist die älteste Bürgerin in Neukirchen-Vluyn. Und sie lebt noch in ihrer eigenen Wohnung in Neukirchen. Am sonntäglichen Kaffeetisch mit der Verwandtschaft aus dem Münsterland erinnert sie sich an alte Zeiten und berichtet auch von ihrer jüngsten Geburtstagsfeier.

„Eigentlich wollte ich gar nicht feiern, doch dann hat mein Enkel gemeint, es sei schon alles vorbereitet“, erzählt Adele Rodenstein. Zu Mittag habe man in einem Vluyner Lokal lecker gegessen. „Das war ein schöner Tag“, erzählt sie und schenkt Kaffee ein. „Bürgermeister Harald Lenßen war auch da, und mein Hausarzt, und auch Kurt Best von der CDU.“

Auf ein Tässchen Kaffee

Mit Kurt Best habe sie sich auch schon mal in Vluyn auf ein Tässchen Kaffee getroffen. Da sei sie von Neukirchen mit dem Bus bis zum Vluyner Platz gefahren. Hier bricht die Seniorin eine Lanze für das Niag-Personal: „Die Bushaltestelle ist ja ganz nah am Haus, und wenn man nett fragt, hilft einem immer jemand. Vor allem die Busfahrer sind sehr freundlich, wenn ich ein- oder aussteigen will.“

Ihr Enkel Uwe Becker, selbst Altenpfleger von Beruf, kümmert sich fleißig um seine Oma. „Er möchte eigentlich nicht, dass ich noch Bus fahre. Aber ab und zu tue ich es doch“, meint Adele Rodenstein verschmitzt. Und auch ihre Urenkelin hänge sehr an ihr: „Sie kocht oft für mich und hilft beim Putzen.“ Von netten Menschen ist Adele Rodenstein auch zweimal die Woche umgeben, wenn sie zur Tagespflege zum Seniorenheim „Carpe Diem“ fährt. Dort gibt es Frühstück und Mittagessen und Unterhaltung. „Da kommt keine Langeweile auf.“

Adele Rodenstein wuchs an der belgischen Grenze in Herbestal als jüngstes von neun Geschwistern auf. Mit 21 Jahren heiratete sie ihren Heinz. Das Paar lebte in Rheinhausen und bekam zwei Töchter. Heinz Rodenstein war gelernter Schuhmacher und fand später bei Krupp Arbeit. „In der Krupp-Siedlung musste damals das Land beackert werden, auch Kleinvieh wurde gehalten. Wir hatten zwei Hühner, zwei Kaninchen und ein Schwein.“

Auch Schicksalsschläge

Wer so alt wird wie Adele Rodenstein, muss Schicksalsschläge einstecken. Wie den Tod des Mannes, der 1970 starb. Oder den plötzlichen Tod ihrer Tochter im vergangenen Jahr. „An sie musste ich an meinem Geburtstag viel denken.“ Ein Kind zu verlieren, sei schlimm. Doch die Flügel habe sie nie hängen lassen. „Das Leben geht ja weiter.“ Das habe sie immer hochgehalten – auch in den beiden Weltkriegen, die sie miterlebt hat.

Wie fidel Adele Rodenstein bis heute ist, das kann Eugenie Balda, 80 Jahre alt und Großnichte der ältesten Neukirchen-Vluynerin, am Kaffeetisch nur bestätigen: „Wir haben uns lange Jahre nicht gesehen, wir wohnen ja ziemlich weit auseinander. Aber Adele ist immer noch genauso lebenslustig und fröhlich wie früher. Ich weiß noch gut, wie wir früher einmal eine Diamanthochzeit gefeiert haben. Da war Adele gar nicht von der Tanzfläche zu kriegen. Mein Schwiegersohn Peter war der Tanzpartner und konnte kaum mithalten“, lacht die Großnichte. Adele Rodenstein erinnert sich: „Wir haben immer gern getanzt. Mein Mann hat sogar mal eine Wette gewonnen, weil wir beide auf dem Tisch Walzer getanzt haben.“

Gute Gene in der Familie

Gute Gene scheint es reichlich in Adele Rodensteins Verwandtschaft zu geben. Die 80-jährige Großnichte erzählt: „Meine Eltern sind beide 90 geworden, und die älteste Schwester Lilo ist schon 92.“

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