Moers Festival

Neustart des Moers Festivals begeisterte Besucher

The Bad Plus spielten am Sonntag auf der Bühne des Moers Festivals.

The Bad Plus spielten am Sonntag auf der Bühne des Moers Festivals.

Foto: Erwin Pottgiesser

Moers.   In Moers wurde die ganze Stadt zur Festivalbühne. Knapp 30.000 Besucher kamen ins neue Festivaldorf. Auch die Sicherheit war diesmal ein Thema.

Genauso hatten es sich Tim Isfort und seine Mannschaft für ihre Festivalpremiere gewünscht: Am Pfingstwochenende wurde erstmals seit langer Zeit wieder ganz Moers zur Festivalbühne. Musik spielte in und vor der Halle, im Park und in der Innenstadt und lockte tausende Neugierige zu einem großen Fest in die Grafenstadt. „Das ist eine Geste, ein Schritt auf die Moerser zu, der mir wichtig war – auch wenn es uns viel Zeit und Kraft gekostet hat“, sagte der künstlerische Leiter: „Für mich ist das ein großer Moment.“

Auch Bürgermeister Christoph Fleischhauer bekannte sich am Sonntag beim Bürgermeisterempfang als neuer Festivalfan: „Ich bin so was von moersifiziert. Das Festival hat sich die Stadt zurückerobert. Das ist der richtige Weg für ,uns’ Moerser“, sagte Fleischhauer in seiner Ansprache. Das Festival habe einen Marktwert, der der Stadt Moers auch Geld wert sein dürfe. Aber: Die wirtschaftliche Situation werde weiter Thema sein.

Ob Moers dieses Festival braucht, stand für Julia Hülsmann, ehemalige Improviser in Residence, in ihrer Rede außer Frage: „Hier treffen sich Musikfans aus aller Welt, um ein Musikfest zu feiern, das für Innovation, Kreativität und Offenheit steht. Für meine Kollegen im Ausland hat dieses Festival ein unglaubliches Ansehen. Moers ist ein Türöffner“, so Hülsmann. Und: „Da könnten Marketingexperten in anderen Städten richtig neidisch werden.“

Großes Thema für Organsiatoren und Besucher waren auch die nach dem Anschlag in Manchester in den letzten Tagen verschärften Sicherheitsbedingungen für das Festival. Schon im Vorfeld hatte Moers Kultur GmbH-Geschäftsführer Claus Arndt das Security-Personal aufgestockt und veranlasst, beim Einlass in die Halle erstmals Taschenkontrollen vorzunehmen. Trotz kurzfristiger Schlangenbildung am Einlass nahmen die Besucher die Kontrollen zumeist verständnisvoll und gelassen hin.

Für kurzfristige Aufregung sorgte dann noch einmal die Evakuierung des Rock-am-Ring-Festivals am Freitag. „Wir wussten zunächst nicht, ob die Terrorwarnung dort nicht auch Auswirkung auf unser Festival haben würde“, so Arndt, der die Zusammenarbeit mit den Moerser Behörden ausdrücklich lobte. Nach Rücksprache mit der Polizei sei dann aber klar geworden, dass es in Moers weitergehen kann.

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Genaue Zahlen konnte Claus Arndt auf der Schlusspressekonferenz am Montag noch nicht vorlegen, sagte aber, es zeichne sich „ein verträgliches Ergebnis“ ab. Bei den Festivaltickets habe es keine Einbrüche gegeben.

Etwa 25 000 bis 30 000 Besucher hätten über das gesamte Pfingstwochenende die Angebote im Festivaldorf genutzt, schätzte der Geschäftsführer. Um die 8000 Besucher fanden den Weg in die Festivalhalle.

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