Geocaching

NRZ-Volontärin macht den Selbstversuch: Geocaching in Moers

Sara Schurmann beim Geocaching. Die digitale Schnitzeljagd ist ein beliebter Freizeitspaß.

Foto: Volker Herold

Sara Schurmann beim Geocaching. Die digitale Schnitzeljagd ist ein beliebter Freizeitspaß.

Moers.  Die NRZ-Volontärin Sara Schurmann ist als Geocacherin auf Schatzsuche in Moers gegangen. Und hat es zwischendurch mit dem Telefon-Joker versucht.

Ausgerüstet mit einer Wasserflasche im Rucksack, festem Schuhwerk und einem aufgeladenen Handy fühle ich mich wie eine echte Geocacherin, die auf ihrer ersten digitalen Schnitzeljagd unberührte Natur entdecken und kleine Schätze finden möchte.

Hoch motiviert stiefel ich vom Parkplatz der Eissporthalle los – und stehe kurz darauf vor einer viel befahrenen Straße. Verdutzt schaue ich auf mein Handy. Die Koordinaten bei Google Maps stimmen zwar, aber der vorgeschlagene Weg würde mich entlang einer Hauptstraße führen.

Das kann ja nicht der Sinn der Tradi-Runde (traditionelle Tour mit echten Stationen und einem Finale) sein, denke ich und drehe um. Das Navi versucht, mich penetrant immer zur Umkehr zu bewegen, aber ich lasse mich nicht beirren und schalte irgendwann die nervige Stimme aus.

In der Stille lässt sich die Natur des Freizeitparks, wo ich angekommen bin, sowieso viel intensiver genießen. Weiße Schmetterlinge fliegen zwischen den lilafarbenen Blumen umher und über den Gehweg spaziert eine Gänsefamilie. Idylle pur.

Ganz ohne Handy geht es dann aber nicht – immerhin muss ich wissen, ob ich zumindest in die richtige Richtung laufe. Wenn mir zwischendurch doch mal ein Spaziergänger entgegenkommt, stecke ich mein Handy schnell weg.

Es soll ja kein Muggel (ins Geocaching Uneingeweihter) wissen, dass ich auf einer heißen Spur und kurz vor der Entdeckung meines ersten Cache (Versteck) bin. Wobei diese schon so nah geglaubte Entdeckung kurzerhand in weite Ferne rückt, als ich vor einem verschlossenen Tor stehe. Eigentlich müsste ich doch genau hier durch. Aber keine Chance.

Also versuche ich den Umweg rechts herum und steuere geradewegs auf einen Parkplatz zu. Als ich auf meinem Rückweg nun schon das dritte Mal an der Gänsefamilie vorbeilaufe, scheint diese mich fast mitleidig anzuschauen. Ich habe auch keine Ahnung, was ich hier mache, versuche ich ihnen über Augenkontakt mitzuteilen.

Nach meinem dritten Anlauf habe ich es geschafft und stehe genau dort, wo ich laut Koordinaten den Schatz „Tschiep Tschiep“ finde. Suchend sehe ich mich um, drehe mich im Kreis und entdecke dann endlich etwas an einer alten Birke, was mir seltsam vorkommt. Stolz halte ich kurz darauf mein erstes Petling (wasserdichtes Plastikröhrchen, in welchem sich ein Zettel mit Infos befindet) in der Hand. Schnell den Buchstaben und die Zahl notiert, das Petling zurück ins Versteck gesteckt, weiter zur nächsten Koordinate.

Die Fähigkeiten überzeugen

Um mich herum wachsen Bäume, Sträucher und Brennnesseln – aber keine Spur von einer „Komischen Blüte“. Ich will schon fast aufgeben, da erinnere ich mich an den wichtigsten Leitspruch der Geocacher: Gehe immer mit offenen Augen durch die Natur. Also inspiziere ich alles noch mal genau – und tatsächlich, die Blume dort vorne passt nicht hier rein.

Mit der Info aus dem zweiten Petling steigert sich mein Ehrgeiz ins Unermessliche und ich laufe schnell zum „Baum mit Sicht auf Aumühle“. Als ich das dritte Petling dieses Mal ohne große Mühe finde, bin ich von meinen Fähigkeiten als Neu-Geocacherin überzeugt.

Zu Unrecht, wie sich zehn Minuten später inmitten von dichtem Gestrüpp herausstellen soll. Während in einiger Entfernung eine Schulklasse ihren Englischunterricht auf dem Schulhof absolviert, irre ich auf der verzweifelten Suche nach der „Wurzel ohne Baum“ umher und wünsche mir nichts sehnlicher, als auch einfach „He, she, it - das ‘s’ muss mit“ zu lernen.

Das ist der Weg zur Profi-Cacherin

Okay, ich brauche definitiv einen Telefonjoker, so kann es nicht weitergehen. Die Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion amüsieren sich sehr, dass ich ohne kleine Hilfestellung nicht weiterkomme. „Guck’ noch mal genau, da muss das Versteck irgendwo sein.“ Super Tipp, seufze ich und finde zwei Sekunden später das letzte Petling.

Um mich in der Redaktion überhaupt noch sehen lassen zu können, muss ich aber zumindest den richtigen Schatz finden und den Beweis auch mitbringen. Also rechne ich alle Zahlen zur Endkoordinate zusammen und laufe dorthin, wo ich den grünen NRZ-Schatz mit Knuts Woodcoin (Holzmünze zum Mitnehmen) und dem Lösungswort der Route entdecke. In das Logbuch haben sich bereits zwei andere Geocacher eingetragen, die es ohne Telefonjoker geschafft haben. Aber egal, mir bleiben ja noch zwei weitere NRZ-Touren, um zur Profi-Geocacherin zu werden.
www. nrz.de/schatzsuche

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