Soziales

Pflegeschule am St. Bernhard-Hospital feiert Jubiläum

Marvin Holländer, Margarethe Abelen, Laura-Marie Urban, Terje Herman-Tennosaar, Karsten Hartdegen (von links) berichten über die Situation an der katholischen Bildungsstätte St. Bernhard.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Marvin Holländer, Margarethe Abelen, Laura-Marie Urban, Terje Herman-Tennosaar, Karsten Hartdegen (von links) berichten über die Situation an der katholischen Bildungsstätte St. Bernhard.

Kamp-Lintfort.   Die fertig ausgebildeten Gesundheits- und Krankenpfleger stehen auf dem Arbeitsmarkt alle Türen offen. Meist werden sie direkt übernommen.

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Am 1. April 1968 ging die Krankenpflegeschule am St. Bernhard Hospital mit ihrem ersten Kurs und 36 Ausbildungsplätzen an den Start. „Das war damals schon ambitioniert“, berichtet der heutige Schulleiter Karsten Hartdegen. Denn erst ein Jahr zuvor war das Krankenhaus eingeweiht worden. „Aber schon damals suchte man gut ausgebildetes Pflegepersonal.“ Nicht alles, aber vieles habe sich seither gewandelt. Anlässlich des Jubiläums, das am 16. Mai gefeiert werden soll, geben der Schulleiter, Pädagogin Margarete Abelen und einige der heutigen Auszubildenden einen aktuellen Überblick und schauen auch auf die Anfänge.

Der Bedarf an Fachkräften wuchs. Bereits in den 70er Jahren bot die Schule 78 Plätze in drei Klassen an. Und seit den 90er Jahren bildet man am St. Bernhard Hospital Pflegekräfte auch für die Krankenhäuser St. Josef Moers, St. Josef Xanten und St. Clemens Geldern aus. Heute besuchen 150 angehende „Gesundheits- und Krankenpfleger“ die Katholische Bildungsstätte St. Bernhard. Und auch die Zahl der kooperierenden Einrichtungen ist deutlich gestiegen. „Wir sind sehr gut vernetzt“, berichtet Hartdegen.

Der gelernte Stuckateur Marvin wechselt den Beruf

Ein Azubi im ersten Jahr ist Marvin Holländer, der am St. Josef Krankenhaus Moers stationiert ist. Der 26-Jährige kam über Umwege zum Pflegeberuf. „Ursprünglich habe ich Stuckateur gelernt und ein Jahr als Geselle gearbeitet“, schildert er.

Doch ihm habe der Kontakt zum Menschen gefehlt. Nach einer Tätigkeit im Altenheim fand er über ein Praktikum schließlich den Weg ins Krankenhaus. „Ich war froh, eine Chance zu bekommen.“ Die Arbeit mache ihm viel Freude. „Man bekommt so viel von den Patienten zurück.“ Wenn auch die Theorie im Unterricht nicht immer leicht sei.

Christliche Prägung durch die Nonnen

Als sie 1992 als Ausbilderin zum St. Bernhard gekommen sei, habe es noch sehr viele Ordensschwestern dort gegeben, schildert Margarete Abelen. „In allen Bereichen der Klinik und auch in der Ausbildung waren die Nonnen vertreten.“ Sie hätten dem Haus seine typische christliche Prägung verliehen, auf die man bis heute stolz sei. Unterschiede in der Ausbildung zu früher gebe es: „Damals war die Arbeit stark an den Arzt angelehnt. Heute müssen die Pflegekräfte viel selbstständiger arbeiten und viel mehr können.“ Um die Schüler bei der Arbeit zu unterrichten, gebe es inzwischen auch die Ausbildung zum Praxisanleiter, der den Schülern vor Ort zur Seite stehe.

Gesundheits- und Krankenpfleger ist ein Beruf mit Zukunft. Schülerin Laura Urban macht im August ihr Examen. Fast alle ihres Jahrgangs seien schon übernommen, bevorzugt vom Ausbildungs-Haus. „Dadurch entfällt auch die Probezeit. Man kennt uns ja schon, weil wir öfters über die Flure flitzen.“ Auch, wer sich woanders bewerbe, habe Erfolg. „Man sagt heute, auf fünf Bewerbungen gibt es sieben Zusagen“, schildert Laura Urban die rosige Lage, in der sich die examinierten jungen Kräfte befinden. Viele wollten für die Zukunft auch eine weitere Qualifizierung absolvieren, beispielsweise als Anästhesie- und Intensiv-Pflegekraft.

In Estland gibt es das Studienfach Pflege

Aus Estland kommt Schülerin Terje Herman-Tennosaar. Sie ist Auszubildende im zweiten Jahr und besonders ambitioniert. Sie hat ein duales Fernstudium begonnen. „Da muss man zu Hause viel Disziplin haben und viel lernen“, schildert sie. Doch lohne sich der Aufwand für eine bessere Ausbildung. „In Estland wird dieser Beruf an der Universität erlernt.“ Sie wünscht sich für Deutschland etwas mehr Anerkennung, was die Pflegeberufe angehe. Karsten Hartdegen ergänzt, das Krankenhaus St. Josef fördere die Auszubildende im dualen Studium Pflegewissenschaft. Es werde an der Fernhochschule in Hamburg angeboten. „Es hat auch den Vorteil, dass man dabei schon Geld verdient.“

Am 16. Mai wird das Jubiläum der Schule groß gefeiert. Nach dem Gottesdienst um 16 Uhr findet rund um das Schulgebäude auf dem Gelände des St. Bernhard-Krankenhauses eine bunte Feier statt.


>>INFO Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger dauert drei Jahre. Sie beginnt jeweils am 1. September, seit diesem Jahr zusätzlich auch am 1. April. Das 18. Lebensjahr muss vollendet sein. Körperliche und psychische Belastbarkeit ist wichtig. Mindestens mittlerer Schulabschluss (FOR-Abschluss), von besonderem Vorteil ist das Fachabitur „Sozial- und Gesundheitswesen“.

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