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Pöbelei in Moers: „Finger weg, oder es gibt auf die Fresse“

Hier auf der Kirchstraße in der Moerser Altstadt kam es zu8 der Auseinandersetzung zwischen Jochen Schink und einem Fahrradbesitzer.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Hier auf der Kirchstraße in der Moerser Altstadt kam es zu8 der Auseinandersetzung zwischen Jochen Schink und einem Fahrradbesitzer. Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Moers.   Jochen Schink, Schmuckdesigner in Moers, über Ärger mit einem Fahrradbesitzer. Es kommt zur Gewalt, doch die Polizei nimmt keine Anzeige auf.

Die Zeiten scheinen rüde geworden zu sein. Jochen Schink musste das jetzt erleben. Als der Schmuckdesigner ein fremdes Fahrrad vom Schaufenster seines Geschäftes in der Altstadt wegschieben wollte, wurde er angepöbelt und sogar körperlich angegangen.

Der Vorfall ereignete sich in der vorigen Woche. An einem Morgen um zehn schließt Jochen Schink sein Geschäft an der Kirchstraße auf. Wieder steht ein Fahrrad vor dem Schaufenster seines Schmuckgeschäftes – ein Hindernis für potenzielle Kunden. Schink will es wegschieben, in dem Moment wird er von einem Mann, der aus dem Ärztehaus kommt, angeschrien: „Finger weg, oder es gibt auf die Fresse“, habe der gebrüllt.

Dann geht der Unbekannte auf ihn los

Er selbst, so schildert es Schink, habe seinem Gegenüber gesagt, wenn ihm das Fahrrad gehöre, möge er es doch bitte umsetzen: „Das lehnte er ab, stattdessen hat er mich weiter beschimpft.“ Jochen Schink will nun erneut das Rad umsetzen, da geht der Unbekannte auf ihn los: „Er hat mich mit voller Wucht gestoßen.“ Der Schmuckdesigner hat Glück, er knallt nicht gegen die Schaufensterscheibe, sondern stolpert in den Eingang seines Geschäftes.

Jetzt ruft Jochen Schink die Polizei. Doch von den drei Beamten, die erscheinen, fühlt er sich nicht ernst genommen. Als er die Frage, ob er verletzt sei, verneint, habe die Polizistin gesagt, dass sie in diesem Fall keine Anzeige aufnehmen würden. Derweil habe der Fahrradbesitzer gedroht und geschimpft. Zum Fahrrad hätten die Beamten gesagt, dass es aus ihrer Sicht vor dem Schaufenster nicht störe. Namen werden nicht aufgenommen.

Räder vor den Geschäften sind eine „tägliche Plage“

Im Einsatzbericht der Polizei heißt es, die Beamten hätten einen „Streit“ geschlichtet, teilt eine Sprecherin der Behörde auf Anfrage mit. Warum die Kollegen keine Anzeige aufgenommen haben, kann sie sich nicht erklären, vielleicht habe es ein Verständigungsproblem zwischen Schink und den Polizisten gegeben, sagt sie und ergänzt: „Klar, können wir in solchen Fällen Anzeigen aufnehmen.“ Das könne auch nachgeholt werden.

Ergebnis: Jochen Schink ist enttäuscht und sauer. Zumal unabhängig von der Aggression die Fahrräder vor den Schaufenstern für ihn und andere Geschäftsleute an der Kirchstraße „eine tägliche Plage“ seien. Verbotsschilder würden ignoriert, so Schink. Selbst an den Stahlrahmen seines Werbeschildes würden Räder gekettet, berichtet er: „Kürzlich konnte ich es abends nicht in den Laden stellen, weil bei Geschäftsschluss ein Fahrrad daran hing.“

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