Kriminalität

Polizei fahndet und kontrolliert in Moers und Kamp-Lintfort

Die Polizei kontrollierte am Mittwooch auf dem Parkplatz an der Krefelder Staße Fahrer und Fahrzeuge.

Die Polizei kontrollierte am Mittwooch auf dem Parkplatz an der Krefelder Staße Fahrer und Fahrzeuge.

Foto: Volker Herold

Moers/Kamp-Lintfort.   Am Fahndungs- und Kontrolltag in Moers und Kamp-Lintfort nimmt die Polizei einen Mann vorläufig fest. Vor allem machen die Beamten „Beifang“.

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In einer groß angelegten Aktion hat die Polizei am Mittwoch im gesamten Kreisgebiet gefahndet und Fahrzeuge kontrolliert. Das Hauptaugenmerk der Beamten lag dabei auf „reisenden Straftätern“, allerdings ahndeten die Beamten auch etliche Verkehrsverstöße. Vier Autofahrer wurden vorläufig festgenommen.

25 Beamtinnen und Beamte der Kreispolizei Wesel und einer Einsatzhundertschaft aus Recklinghausen beziehen in Moers gegen 10 Uhr an der Krefelder Straße auf dem Parkplatz des Freizeitparks Stellung. Einer mit gelber Warnweste steht an der Einfahrt und winkt Richtung Innenstadt fahrende Wagen raus.

Ein Schema gibt es nicht

Welche? Ein Schema gibt es nicht, andererseits spielt die Polizei hier auch nicht Lotto: „Der Kollege ist seit vielen Jahren Streifenpolizist und hat eine Menge Erfahrung“, erklärt Polizeisprecher Daniel Freitag. Er erkennt Wagen, die verdächtig sein könnten, weil die Autotypen bei Straftaten und Vergehen immer mal wieder eine Rolle spielen. „Außerdem“, ergänzt Freitag, „ist im Polizeialltag einfach auch das ‘Bauchgefühl’ wichtig.“

So werden am Mittwoch bevorzugt Kleintransporter auf den Parkplatz gebeten, meist ältere Wagen mit Schrammen und Beulen, ohne Werbung oder auch mit, wenn sie nicht auf Anhieb schlüssig erscheint. Mit solchen Fahrzeugen seien „reisende Täter“ oft unterwegs, erläutert Daniel Freitag: „Sie erkunden Wohngebiete und transportieren damit ihre Einbruchsbeute ab.“ Aktuell gehe es nicht nur darum, verdächtige Ladung zu finden, sondern auch die Routen der Männer zu erkennen.

Die Beamten machen einen Test

In der Stunde, die die Polizei auf dem Parkplatz in Moers kontrolliert, erweisen sich die herausgewunkenen, manchmal klapprigen Transporter als „sauber“. Mehrfach machen die Beamten „niederschwellige“ Drogentests: Der Fahrer muss den Kopf in den Nacken legen, die Augen schließen, die Arme ausstrecken, die Handflächen nach oben drehen und bis 30 zählen.

Schafft er es nicht, beispielsweise die Arme still zu halten, werten die Beamten dies als ersten Drogenverdacht, der weitere Tests nach sich zieht. „Es ist traurig“, sagt ein Mitglied der Einsatzhundertschaft, für die solche Kontrollen Tagesgeschäft sind. „Besonders Paketboten von kleinen Unternehmen haben einen harten Job und müssen morgens funktionieren. Die greifen zu Amphetaminen und ähnlichen Aufputschmitteln, auch zu Kokain, das erleben wir oft. Leider.“

Eine kurze Pause müssen auch einige Klein- und Mittelklassefahrzeuge einlegen, deren Erscheinungsbild man als auffällig unauffällig bezeichnen kann: Kleinwagen, in die Jahre gekommen, ohne schrille Lackierung. Doch in dieser Stunde in Moers gehen den Polizisten keine Drogenkuriere ins Netz.

Die Polizei führt keine Statistiken

Dafür machen sie einigen „Beifang“, wie die Beamten ironisch zwei häufige Verkehrsverstöße nennen und für die der Kollege an der Parkplatzeinfahrt keine Erfahrung, sondern nur gute Augen braucht: Fahren mit der Hand am Handy und Fahren ohne Gurt. Beides kommt erstaunlich häufig vor, weiß Polizeisprecher Freitag.

Statistiken führt die Polizei darüber allerdings nicht, weil die Verstöße in der Regel vor Ort mit einem Verwarngeld erledigt werden – auch an diesem Vormittag. 35 Euro fürs Fahren berappen mehrere Fahrer ohne Gurt, andere kostet die Hand am Mobiltelefon 100 Euro und einen Punkt.

Die Bilanz des Tages: 243 kontrollierte Autos in Moers, Kamp-Lintfort, Xanten und Alpen, 21 geahndete Verkehrsverstöße, drei Strafanzeigen, vier Festnahmen wegen des Verdachts der Urkundenfälschung, Drogen-Konsum oder -Besitz sowie Alkoholkonsum, zudem wurden geringe Menge Drogen gefunden.

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