Soziales

Qualität für Moerser Seniorentreffs

Das Jakob-Hanßen-Haus der Awo an der Brunostrasse 4. Irmtraut Hönnerscheid kämpfte für den Erhalt des Seniorentreffs.

Das Jakob-Hanßen-Haus der Awo an der Brunostrasse 4. Irmtraut Hönnerscheid kämpfte für den Erhalt des Seniorentreffs.

Foto: Waz FotoPool

Moers.   Geld gibt’s in Zukunft nur, wenn Qualität geliefert wird. Kornelia Jordan: „Wir haben viele Konzeptionsgespräche geführt und waren sehr beharrlich.“

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Es war einer der großen politischen Streitpunkte des sich dem Ende zuneigenden Jahres: Der Rat entschied – unter Missachtung der Ergebnisse des von ihm selbst auf den Weg gebrachten Konzepts zur „Innovativen Seniorenarbeit“ – allen Seniorenbegegnungsstätten ei­nen Zuschuss zu gewähren. Damit wurden vor allem die Awo-Begegnungsstätten gerettet, die nun eineinhalb Jahre Zeit haben, das Konzept umzusetzen, anderenfalls werden die Zuschüsse reduziert. Gerhard Hüsch, Vorsitzender des Seniorenbeirats, will genau hinschauen: „Das muss einer gewissen Qualitätskontrolle unterliegen.“

Derzeit werden insgesamt 13 Einrichtungen von der Stadt finanziell gefördert: acht erhalten den vollen Betrag, vier erhalten 80 Prozent. Die Volksschule des SCI bekommt nur 50 Prozent, weil sie erst am 1. Januar an den Start geht. Das Geld wird indes nicht ohne Kontrolle gezahlt: „Wir haben den Begegnungsstätten konzeptionelle Zielformulierungen abgerungen“, so Kornelia Jordan von der „Leitstelle Älter werden“ der Stadt.

Geld gibt’s nur für Qualität

Will heißen: Geld gibt’s in Zukunft nur, wenn Qualität geliefert wird. Kornelia Jordan: „Wir haben viele Konzeptionsgespräche geführt und waren da sehr beharrlich.“ Diejenigen Begegnungsstätten, die bislang den Qualitätsansprüchen nicht genügten, müssen jetzt liefern – und die Tatsache, dass sie mit 20 Prozent weniger auskommen müssen, werde nicht als Entschuldigung akzeptiert, sollten die gesteckten Ziele nicht erreicht werden. Stadt und Seniorenbeirat sind sich einig, dass man für die Seniorenarbeit das Beste herausholen will. In drei Jahren muss alles umgesetzt sein, sie „sind eine Bewährungszeit.“

Und das will man nicht dem Zufall überlassen. Früher, so Kornelia Jordan, habe jede Einrichtung für sich gearbeitet; nach der Gründung eines runden Tisches zur offenen Seniorenarbeit sei dies anders geworden. Darauf, dass in Schwafheim rund 200 Menschen ehrenamtlich in der Seniorenarbeit tätig sind, verweist die Sozialausschussvorsitzende Ursula Elsenbruch. Eine Zahl, die erstaunt – und die zeigt, dass es eine Stelle geben muss, die das alles managt.

Zielgruppe sind die Generationen 65 plus. Eine Beteiligungsorientierung sei, darüber sind sich alle einig, sehr wichtig: Die Besucher der Begegnungsstätten sollen das Programm mitbestimmen können. In Kapellen, so führt Gerhard Hüsch an, komme es so zu einem Stadtteilgespräch; Ursula Elsenbruch will die Kompetenz und Lebenserfahrung der Älteren weitergegeben sehen. Hüsch: „Wir wollen die Sache nicht so laufen lassen, sondern die Stadtteilarbeit begleiten.“ Aber bitte mit Konzept.

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