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Quasilectric: Plattenfirma vom Niederrhein feiert Geburtstag

Bianca Eysenbrandt und Kiki Schülling feiern mit Quasilectric Geburtstag. Am 18. November treten im Bollwerk 107 fünf Bands zum Ständchen an.

Foto: Erwin Pottgiesser

Bianca Eysenbrandt und Kiki Schülling feiern mit Quasilectric Geburtstag. Am 18. November treten im Bollwerk 107 fünf Bands zum Ständchen an. Foto: Erwin Pottgiesser

Moers/Rheinberg.   Die Plattenfirma Quasilectric wird fünf Jahre alt und feiert im Bollwerk 107. Die Band Was Wenns Regnet ist nicht ganz unschuldig am Erfolg.

Eine Plattenfirma am Niederrhein? Doch, das gibt es, und sie wird schon fünf Jahre alt. Quasilectric feiert am 18. November im Bollwerk Geburtstag – natürlich mit fünf Bands aus dem eigenen Label. Die Moerser Band Was Wenns Regnet ist nicht ganz unschuldig an der Geburt des Labels, das vor zwei Jahren von Moers nach Rheinberg gezogen ist.

Kiki und Bobo Schülling, die beiden – Entschuldigung – Moerser Urgesteine von Was Wenns Regnet, lieben die Unabhängigkeit. „Wir wollten nicht auf das Geld anderer angewiesen sein, wenn wir unsere Musik machen“, sagt Kiki Schülling im NRZ-Gespräch. Weil Was Wenns Regnet auch schon vor fünf Jahren auf eine stolze Bandgeschichte zurückblicken konnte und die Band-Mitglieder, na ja, sagen wir, auch schon Ü30 und erfahren waren, haben sie es eben versucht. Mit Bianca Eysenbrandt haben sie eine Geschäftspartnerin, die sich in der Szene bestens auskennt. Sie betrieb eine Booking-Agentur, bevor sie zur Plattenfirma kam.

Electric Ladyland von Jimi Hendrix

Bianca wohnt schon lange in Rheinberg, wo jetzt auch der offizielle Sitz von Quasilectric zu verorten ist. Das Büro befindet sich im Redroom Recording Studio in Rheinberg-Eversael. Das Studio wird seit den 1990ern von Produzent Heiko Dürr betrieben. „Was Wenns Regnet ist aber weiterhin fest mit Moers verbandelt“, fügt Kiki Schülling hinzu. Der Name des Labels hat zwei Ursprünge: „Zum einen haben wir das Wort quasi bei unseren Proben in Hülsdonk ständig benutzt, zum anderen erinnert electric an das Stück Electric Ladyland von Jimi Hendrix“, so Schülling.

So ungewöhnlich der Name auch klingen mag, Quasilectric hat sich in fast fünf Jahren einen Namen in der heftig umkämpften Musikbranche gemacht. Bianca Eysenbrandt: „Viele Musiker und Bands schicken uns Aufnahmen zu, die Musik der Bands aus unserem Label wird beim renommierten Schallmagazin besprochen und wir sind gut mit anderen Labels vernetzt.“ Dabei schauen Bianca, Kiki und Bobo, die drei von Quasilectric, immer, ob Musiker oder Band auch zum Label passen.

Kein bestimmter Schwerpunkt

Zwölf Bands produziert Quasilectric zurzeit, die Stile reichen von Rock, Punk, Jazz und Pop bis zur Weltmusik, die Sprachen von Deutsch über Englisch bis Türkisch. Ein Schwerpunkt ist da kaum auszumachen, aber das will das Trio vom Niederrhein auch gar nicht. Bianca Eysenbrandt: „Wenn wir uns auf Genres festlegen, grenzen wir unsere Freiheit ein“. Da ist er wieder, der ewige Wunsch nach Unabhängigkeit.

Nun muss ja auch jede Form von Unabhängigkeit irgendwo das Geld einbringen, um unabhängig zu bleiben. Das mit dem Geld läuft bei Quasilectric zwar immer besser, aber reich sind sie noch nicht geworden, die Bianca, der Kiki und der Bobo. „Das ist auch gar nicht unser Ziel, die laufenden Kosten kommen mittlerweile ‘rein und wenn etwas überbleibt, produzieren wir damit zum Beispiel Videos“, sagt Kiki.

Fanartikel nachhaltig produziert

Und Zubehör. T-Shirts, Taschen, Armbänder: Der Fan findet alles, und er darf sich sicher wähnen, dass die Artikel „umweltbewusst, nachhaltig und regional“ produziert werden, wie Bianca Eysenbrandt berichtet: „Wir mögen den Wegwerf-Wahn nicht.“ Deshalb arbeitet das Label etwa mit einer Firma zusammen, die Kunststoff aus recycelten PET-Flaschen herstellt. Die T-Shirt-Produktion, berichtet Eysenbrandt, unterliege einer Zertifizierung, und auch die Zertifizierung werde überprüft.

So groß ist das Geschäftsfeld mittlerweile geworden, dass es mehrere Bereiche gibt: Quasilectric für die Musik, Quasimerch für die Fanartikel und das quasilectrische Medieninstitut fürs Design. Das Label ist also eine Holding, quasi jedenfalls.

Es gibt also gute Gründe, den fünften Geburtstag von Quasilectric gebührend zu feiern, zumal sich die Musikszene am Niederrhein wieder entwickelt. Kiki Schülling: „Mit dem Freefall-Festival kam die Szene zurück. Leider gibt es das Festival nicht mehr, dafür aber viele gute und junge Musiker in der Region. Wir haben hier ein kreatives Umfeld.“

>> QUASILECTRIC UND NRZ VERLOSEN KARTEN

Das wird eine tolle Geburtstagparty im Bollwerk 107: Am 18. November wird die Plattenfirma Quasilectric (Moers/Rheinberg) fünf Jahre alt. Mit dabei sind fünf Bands, die mit ihren unterschiedlichen Musikstilen die Bandbreite des Labels widerspiegeln: Männi, Kent Coda, Und wieder Oktober, Rockameier und Was Wenns Regnet. Das Quasilectric-Festival beginnt am 18. November, 18 Uhr (Einlass 17.30 Uhr) im Bollwerk 107. Karten (10 Euro VVK, 14 Euro AK) gibt es unter anderem im NRZ-Leserladen, Medienhaus Moers, Homberger Straße 4.

Quasilectric und NRZ verlosen für die Geburtstagsfeier 5 x 2 Karten. Wer sein Glück versuchen möchte, schreibt bis Mittwoch, 8. November, 24 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff „Quasilectric“ an lok.moers@nrz.de. Bitte gebt eure vollständige Adresse und eine Rufnummer an. Die Verlosung gibt es auch im Netz: www.nrz.de/quasilectric

Reingehört: Diese Bands treten bei der Quasilectric-Geburtstagsparty auf:

Was Wenns Regnet:

Männi:

Und wieder Oktober:

Kent Coda:

Rockameier:

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