Verwaltung

Ralf Köpke steht in Neukirchen-Vluyn in den Startlöchern

Ralf Köpke.    

Ralf Köpke.    

Foto: Frank / Brouren

Neukirchen-Vluyn.  Ralf Köpke übernimmt am 1. November das Amts des Bürgermeisters in Neukirchen-Vluyn. Zurzeit gibt es für ihn noch einiges zu regeln.

Bei Ralf Köpke auf dem Wohnzimmertisch gibt’s derzeit zwei Stapel: einen für den DGB und einen für den künftigen Bürgermeister. In gut zwei Wochen tritt der 59-Jährige sein neues Amt im Rathaus an. Heißt für ihn in dieser Zeit des Übergangs: zweigleisig fahren. „Es ist gerade total anstrengend, weil ich parallel arbeite“, sagt Köpke. Aber irgendwie sieht er trotzdem erholter aus als noch vor zwei Wochen, als der Stichwahlkampf den beiden Bürgermeisterkandidaten noch unmittelbar in den Klamotten steckte.

Beim DGB NRW muss jetzt die Nachfolge für den scheidenden Geschäftsführer geregelt werden und angesichts der steigenden Coronainfektionszahlen gibt es auch bei der Gewerkschaft vieles zu klären. Solange es vertretbar ist, soll es dort eine Präsenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben, aber man stelle sich langsam darauf ein, dass es für viele wieder ins Home Office geht. Für Ralf Köpke sind das die letzten Aufgaben dort.

„Ich habe eine Woche gebraucht, bis ich das selbst realisiert habe“, sagt er heute über seinen Sieg bei den Wahlen. Jetzt ist er soweit – und bekommt bereits erste Post, die an den „Bürgermeister Köpke“ adressiert ist.

Angesichts der aktuellen Corona-Entwicklungen und des Haushaltsplanentwurfes 2021, der deutlich schlechter ausfällt, als sich die Kommune das vor der Pandemie erhofft hatte, ist es ein schwieriger Zeitpunkt für den Start. „Schlimmer geht es nicht“, sagt Köpke, der dennoch nichts von seiner Motivation eingebüßt hat, die ihn in den vergangenen Wochen begleitete: „Ich habe trotzdem gute Laune.“

Er habe nicht vor, in dieser aktuellen Corona-Phase das Rathaus wieder zu öffnen. Gleichwohl müssten die Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen weiterhin gut behandelt wissen. Und ja, der Haushalt. Wenn ein neuer Bürgermeister womöglich als eine der ersten Amtshandlungen Steuern erhöhen muss… Er wolle alles versuchen, das zu verhindern, sagt Köpke. Klare Ansage: Einsparungen bei den Mitarbeitern werde es nicht geben, dafür sei er zu sehr Gewerkschafter.

„Ich fand die Entscheidung, den Haushalt nicht in diesem Jahr zu verabschieden, eine Katastrophe“, sagt Köpke. Die freien Träger, die kleinen Vereine müssten alle länger auf ihre Zuschüsse warten. „Kein gutes Signal“, meint der Bürgermeister in spe.

Köpke: Einen zweiten Lockdown verkraftet die Wirtschaft nicht

Mit den Damen und Herren aus der Politik hat er bereits Gespräche geführt. Er habe allen Fraktionen eine gute Zusammenarbeit angeboten, aber dabei auch deutlich gemacht, dass er parteiunabhängig und den Bürgern verpflichtet sei.

In welchem Maße auch auf die Neukirchen-Vluyner in der nächsten Zeit coronabedingt weitere als die schon angekündigten Einschränkungen zukommen, wird sich erweisen. Für den künftigen Bürgermeister ist allerdings jetzt schon ziemlich ersichtlich, dass ein zweiter Lockdown schlimme Konsequenzen nach sich ziehen würde. Er ist überzeugt: „Das hält unsere Gesellschaft nicht aus, die Wirtschaft auch nicht.“ Insofern wirbt auch er dafür, besonders achtsam zu sein.

Für die nächsten Wochen hat Ralf Köpke schon ein strammes Programm. In den ersten beiden Tagen möchte er „in jedes Büro im Rathaus“ gehen und sich vorstellen. Am 6. November steht in Dorsten ein Besuch beim Investor an, der die Süd-Ost-Fläche auf Niederberg mit einem KreativQuartier garnieren möchte. Für November ist der Terminkalender voll. Ein Treffen mit dem Hochhaus-Eigentümer soll es geben. Und es ist ein Gespräch mit einem Mitglied aus dem Organisationskomitee für die Weltspiele für Behinderte 2023 im Ruhrgebiet vorgesehen. Köpke: „Wenn wir was für Neukirchen-Vluyn tun können...“

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