Tierquälerei

Rheurdter vergeht sich an Pferd und wird per Video überführt

Symbolbild: Pferde auf der Weide

Symbolbild: Pferde auf der Weide

Foto: dpa

Rheurdt.  Eine Pferdebesitzerin in Rheurdt bemerkt Veränderungen bei ihrer Stute und im Stall. Eine Kamera filmt, wie ein Mann sich an dem Tier vergeht.

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Es ist die blanke Horrorvorstellung für jeden Tierbesitzer, was da auf einem Pferdehof in Rheurdt im Kreis Kleve passiert ist. Ein Mann hat sich sexuell an einer 10 Jahre alten Stute vergangen - mehrmals. Das berichtet die Rheinische Post (RP) am Freitagnachmittag.

Mitarbeiter des Pferdehofes, auf dem die Stute Louisiana steht, hatten dem Bericht zur Folge zunächst Unregelmäßigkeiten beobachtet. Die Betreiberin wird zitiert: "In Louisianas Box standen morgens Hocker, Eimer oder andere Dinge, die dort nicht hingehörten." Auch habe die Besitzerin des Pferdes Veränderungen im Wesen der sonst so ruhigen und ausgeglichenen Stute festgestellt. Das Tier sei nervös und unruhig geworden.

Kameras filmen Sodomisten

Schließlich habe sich die Hofbetreiberin entschlossen, das Gelände mit Kameras zu überwachen. Das war im Herbst 2017. Bald filmten die Kameras den nächtlichen Besucher tatsächlich. Die Bilder zeigten einen Mann, der sich sexuell an dem Pferd verging, einen Sodomisten. Das war im Oktober 2017 und im Januar 2018. Der RP sagte die Hofbetreiberin: "Mir drehte sich der Magen um, als ich das sah." Sie druckte die Bilder des Mannes und zeigte sie ihren Kunden, auch die Polizei wurde eingeschaltet. Bald wurde der Mann gefunden.

Am Freitagabend kann die Leitstelle in Kleve keine Angaben zum Fall machen. Die RP berichtet aber, dass die Beamten der Zeitung gesagt haben, dass es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 44 Jahre alten Rheurdter handele. Gegen ihn werde wegen Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetzt ermittelt. Zur Tat geäußert habe sich der Mann bisher nicht.

Tatbestand der Tierquälerei nicht erfüllt

Ein Tier für sexuelle Handlungen zu nutzen ist nach dem Tierschutzgesetz in Deutschland verboten. Empfindlich dürfte eine Strafe für den Täter aber vermutlich nicht ausfallen, da er das Pferd für sein Vergehen weder festgebunden, noch äußerlich verletzt hat - so ist der Tatbestand der Tierquälerei nicht erfüllt.

Die Tierschutzorganisation PETA berichtet auf ihrer Homepage, dass rund 85 Prozent der zoophilen (Sodomie ist umgangssprachlich für den sexuellen Umgang mit Tieren) Kontakte auf Pferde und Hunde entfallen.

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