Kultur

Ring frei für mehr Begegnung

Ein Ring mit doppelter Symbolik, der Menschen verbinden soll.

Ein Ring mit doppelter Symbolik, der Menschen verbinden soll.

Foto: Waz FotoPool

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Moers.  Die Begegnung der Religionen ist oft von Vorurteilen und Ängsten geprägt. Die Folge: Fremdenfeindlichkeit. Wenn SCI-Geschäftsführer Karl-Heinz Theussen entgegenwirken will und sagt „Wir bringen das Rad ins Rollen“, ist das wörtlich zu nehmen: Mit der Beteiligung am europaweiten Kunstprojekt „Engel der Kulturen“ will der SCI am 12. September in Moers ein Zeichen setzen – für die Verständigung der Menschen verschiedener Kulturkreise und Religionen und gegen eine um sich greifende Angst vor Islamisierung.

Das Rad ist in dem speziellen Fall ein Stahlring und wird tatsächlich kilometerweit durch die Stadt gerollt. In einer groß angelegten Gemeinschaftsaktion soll der „Engel der Kulturen“ – eine von den Künstlern Carmen Dietrich und Gregor Merten gestaltete Skulptur – wie bei einer Prozession vom Jüdischen Friedhof an der Klever Straße vorbei an der katholischen St.-Barbara-Kirche in Meerbeck bis zur Ditib-Moschee an der Römerstraße und zurück zur evangelischen Johannes-Kirche in Meerbeck gerollt werden. Seit 2008 fand diese Kunstaktion ähnlich in mittlerweile über 50 Städten statt.

Ursprünglich wollte das Künstlerpaar die drei Symbole der Abrahamreligionen, Davidstern, Kreuz und Mondsichel, in einer Skulptur zusammenführen. Als sich Dietrich das fertige Objekt ansah, merkte sie, dass in der Negativ-Form völlig unbeabsichtigt die Gestalt eines Engels zu erkennen war. Willi Overbeck, ehemals Pfarrer in Essen, hat das Künstlerpaar bei vielen ihrer Aktionen begleitet. „Es gibt eine große Schnittmenge der Religionsgemeinschaften, auch darum geht es an diesem Tag. Natürlich wird es immer Unterschiede geben, das aber ist kein Grund, misstrauisch zu sein.“ So werden alle Geistlichen der beteiligten Gemeinden in ihren Amtstrachten den Weg mitgehen, am Ende wird ein sogenannter Abrahams-Gottesdienst gefeiert.

Dass Meerbeck räumlich im Zentrum der Aktion steht, ist gewollt. Theussen: „Meerbeck ist in Moers der Schmelztiegel.“ Die Initiatoren hoffen auf eine möglichst breite Beteiligung der Bürger – nicht nur der aus Meerbeck. Geplant sind künstlerische Aktionen an den jeweiligen Stationen, denkbar ist auch eine von Kindern und Jugendlichen gestaltete Wegstreckenmarkierung.

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