50er Jahre

Rockabillies feiern das siebte Moersquake-Festival

Normalerweise sehen Rockmusiker heute nicht so aus. Die Band Ray Allen durchaus. Gut gekleidet rockte die Truppe beim Moersquake.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Normalerweise sehen Rockmusiker heute nicht so aus. Die Band Ray Allen durchaus. Gut gekleidet rockte die Truppe beim Moersquake.

Moers.   Veranstaltung im Moerser Bollwerk war wieder gut besucht. Die Musik steht im Vordergrund. Doch eine Änderung gefiel längst nicht allen.

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Wenn am Bollwerk 107 die Cadillacs vorfahren, Petticoat und Lederjacke perfekt sitzen und feinste Rock’n’Roll-Musik gespielt wird, dann weht hier für zwei Tage wieder ein ganz anderer Wind und versetzt die Besucher in die Zeit der 1950er Jahre zurück: Zum siebten Mal organisierte das Team um Arno Susen am Wochenende das Rockabilly-Festival Moersquake, zu deutsch „Moersbeben“.

Sieben Bands aus Deutschland, Großbritannien, Belgien und der Schweiz spielten auf der Bühne. Stilechte Kleidung gehörte für die Musiker sowie für die meisten Besucher dazu. „Es ist definitiv keine Kostümparty. Unser Ziel ist es, die Szene weiter zu etablieren“, erklärt Susen.

Den musikalischen Auftakt machte am Freitagabend die vierköpfige Band Lawn Stark & Slide Boppers aus Belgien. Zu ihrem Repertoire gehörten Originals und Coversongs. Am Samstag gab es eine Neuheit: Bereits am Nachmittag spielte in der Kneipe die Gruppe The Royal Flush.

Ray Allen und seine Band schafften es am Abend das authentische Fifties-Feeling in der Halle erlebbar zu machen. Mit Schlagzeug, Keyboard, Gitarre, Kontrabass und Gesang und Rock’n’Roll- und Jive-Rhythmen brachten sie die Besucher zum Tanzen. Weiter ging es am Abend unter anderem mit den Foggy Mountain Rockers und Jack Rabbit Slim. „Es ist klasse. Hier sind nette Leute und die Musik ist super“, sagt Jan-Marvin Schlößer, der das Festival zum ersten Mal besuchte.

Strimmung trotzdem gut

Doch eins fehlte vielen der Rockabilly-Fans: Der „Fifties Market“ auf dem Außengelände mit Rockabillykleidung, Accessoires und Schallplatten an mehreren Ständen. Dieses Mal gab es nur einen kleinen Stand mit Schallplatten am Eingang. Bollwerk-Sprecherin Katja Roters und Moersquake-Gründer Arno Susen begründeten diese Entscheidung damit, die „Ressourcen wieder aufs Wesentliche konzentrieren zu wollen“. Der Fokus sollte mehr auf der Musik liegen.

Die Fans konnten diese Entscheidung allerdings nicht alle nachvollziehen. „Die Bands sind spitze, aber was nützt die beste Musik, wenn der Rest nicht mehr passt. Das Konzept ist so zum Scheitern verurteilt. Es sind auch viel weniger Besucher da als in den letzten Jahren“, sagt Lars Pfenning, der seit fünf Jahren zu den Festivalbesuchern gehört. Er war auch darüber enttäuscht, dass nur wenige Oldtimer vor Ort waren. Auch der Düsseldorferin Christina Wollgarten habe der Markt gefehlt. „Der war immer ein Highlight. Die Stimmung ist aber trotzdem gut.“

Ganz in seinem Element war Jörg Hennebach, doch auch er hatte den selben Kritikpunkt wie viele Gleichgesinnte: Dem Festival fehle der Markt. Trotzdem gefiel Hennebach das Moersquake: „Rockabilly ist einfach ein Lebensgefühl: Die Musik, der Spaß und die Gelassenheit sind etwas ganz Besonderes, was uns heutzutage oft fehlt.“

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