Rudern für die Kinderstation

Moers/Xanten.   Hans-Hermann Pieper, Kinderarzt in Moers, will eine Kinderstation in Gohomey /Benin aufbauen. Um die Kinderstation zu finanzieren, möchte der Kinderarzt über eine Charity-Aktion Geld einnehmen. Sein Plan: Der begeisterte Ruderer möchte bei einer Regatta am längsten Samstag des Jahres, 24. Juni, auf dem Rhein rudern und sucht Sponsoren, die ihn dabei unterstützen. Bezahlt wird pro Kilometer. Pieper, der sich seit 2015 für die Aktion Pro Humanität (APH) in Kevelaer engagiert, rechnet damit, dass er 150 bis 200 Kilometer schaffen könnte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Hans-Hermann Pieper, Kinderarzt in Moers, will eine Kinderstation in Gohomey /Benin aufbauen. Um die Kinderstation zu finanzieren, möchte der Kinderarzt über eine Charity-Aktion Geld einnehmen. Sein Plan: Der begeisterte Ruderer möchte bei einer Regatta am längsten Samstag des Jahres, 24. Juni, auf dem Rhein rudern und sucht Sponsoren, die ihn dabei unterstützen. Bezahlt wird pro Kilometer. Pieper, der sich seit 2015 für die Aktion Pro Humanität (APH) in Kevelaer engagiert, rechnet damit, dass er 150 bis 200 Kilometer schaffen könnte.

Im Kreise einer Familie

Pieper hat schon vielen Kindern aus Benin geholfen. Zuletzt Akouegnon. Der kleine Afrikaner war ein halbes Jahr lang bei den Piepers zu Hause in Xanten, die Familie hat den kranken Jungen aus Benin bei sich aufgenommen. Nach zwei großen Operationen wurde er dort umsorgt und gepflegt. Er lernte, mit seinem Handicap zu leben und vor allem konnte er sich mit Liebe und ganz ganz viel Geduld in einer Familie geborgen fühlen.

Inzwischen ist Akouegnon wieder zu Hause in Benin, Westafrika. Und dass er leben kann, das hat er einem guten Dutzend engagierter Menschen am Niederrhein zu verdanken. Akouegnon, seine deutschen Freunde dürfen auch „Aki“ sagen, hat zumindest einmal in seinem Leben richtig Glück gehabt.

Der Junge, etwa zwölf Jahre alt, ist mir einer großen Fehlbildung auf die Welt gekommen: Seine Blase lag außen vor seinem Bauch, der Junge litt von Geburt an, konnte kein gesellschaftliches Leben führen. Kinderarzt Hans-Hermann Pieper und seine Frau, die Intensivkrankenschwester ist, waren mehrmals in Benin, um im Krankenhaus-Projekt der APH eine Kinderabteilung aufzubauen. Bei einem dieser Besuche stand Akouegnon plötzlich vor ihnen. Verschüchtert, verängstigt, ohne große Lebensperspektive.

Doch dann hat es geklappt, APH trommelte Spenden zusammen, Xantens Rotarier setzen sich ein, die Uni-Klinik in Essen signalisierte die Übernahme der OP-Kosten. Akouegnon kam nach Xanten. Zwei große Operationen hat er überstanden, eine schlimme Zeit. Was erschwerend hinzukam: Der Junge aus dem Busch sprach nur seine Stammessprache. Da war die Kommunikation nicht so einfach – aber mit Händen und Füßen und Geduld haben viele engagierte Menschen das gemeinsam hinbekommen.

Spaß an der Fernbedienung

In seiner Erholungsphase hat Akouegnon Familie Pieper auf Trab gehalten. „Alles, was man mit Fernbedienungen und Schaltern machen konnte, hat Akouegnon auch gemacht“, sagt Annemarie Pieper. „Bis heute wissen wir nicht, was er mit den vielen Knöpfen an unserer Waschmaschine alles veranstaltet hat.“

Aber vor allem hat Akouegnon gelernt, mit seinem Handicap umzugehen. Das eine oder andere ist anders als bei gesunden Kindern, aber Akouegnon hat das zu akzeptieren gelernt. Er geht jetzt zur Schule, hat zum ersten Mal ins seinem Leben Freunde und spielt sogar Fußball.

„Er weiß, dass er auf sich achten muss“, sagt Annemarie Pieper. In Xanten vermisst man den kleinen schwarzen Mann schon. „Beim Bäcker bekam Akouegnon immer ein Brötchen geschenkt, das fand er total klasse.“

Im November fahren Annemarie und Hans-Hermann Pieper wieder nach Benin – um den Aufbau der Kinderabteilung vor Ort zu planen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben