Schule

Runge-Gesamtschule in Moers ehrt ihren Namensgeber

Schülerinnen und Schüler der Hermann-Runge Schule enthüllen die Tafeln zum Namensgeber ihrer Schule.

Schülerinnen und Schüler der Hermann-Runge Schule enthüllen die Tafeln zum Namensgeber ihrer Schule.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Moers.  Die 1996 gegründete Hermann-Runge-Gesamtschule ehrt ihren Namensgeber. Die Schülerinnen und Schüler wissen, warum diese Erinnerung so wichtig ist.

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Hermann Runge (1902 – 1975), eine der markantesten Persönlichkeiten der jüngeren Moerser Stadtgeschichte, hat jetzt einen Ehrenplatz in der nach ihm benannten Schule in Moers erhalten. Auf vier Tafeln erinnert die Schule seit Mittwoch im Foyer an jenen Mann, der Widerstand gegen die nationalsozialistische Terrorherrschaft leistete und später maßgeblich am Aufbau der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland beteiligt war.

Das ist lange her, doch Nele und Chris können gut einschätzen, für welche Ideale sich Runge in seiner Zeit eingesetzt hat. „Hermann Runge beeindruckt mich, weil er den Widerstand gegen die Nazis in Moers unter Einsatz seines Lebens mitorganisiert hat“, sagt Nele. „Hermann Runge bedeutet für mich, sich für Demokratie einzusetzen und Gesicht gegen Unterdrückung zu zeigen“, sagt Chris. Die Schülerin und der Schüler enthüllten zusammen mit Finn, Till, Edgar, Lars, Leonie und Lia jene vier Tafeln, die jetzt über Runge informieren.

Runges Leben und Wirken spielt im Schulleben eine große Rolle

SPD-Mann Runge, wegen Widerstands gegen die Hitler-Diktatur 1936 zu neun Jahren Haft verurteilt, gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zum parlamentarischen Rat, der das Grundgesetz vorbereitete. Sein Leben und Wirken spielt in vielen Bereichen des Schulunterrichts, vor allem im Geschichtsunterricht eine große Rolle, wie Schulleiterin Gerhild Brinkmann sagt. Für sie ist Runge ein Grund, sich mit der Zeit auseinanderzusetzen. Die Erziehung, so Brinkmann, stelle sich den gesellschaftlichen Herausforderungen.

Zwei von vielen, die sich dafür an der Schule einsetzen, sind Lehrerin Saskia Elle und Lehrer Dirk Schult. Schult berichtet, dass es 2003, als er an die 1996 gegründete Gesamtschule gekommen sei, keine Erinnerung an den Namensgeber gegeben habe. Die vier Tafeln hat er zusammen mit Schülerinnen und Schülern gestaltet. Sie sind für ihn auch eine Mahnung, heute „nicht empfänglich für einfache Botschaften zu sein“. Elle hält nicht nur mit Blick auf Hermann Runge enge Kontakte zu den Vereinen Erinnern für die Zukunft und den Partnerschaftsverein Moers – Ramla. So besuchen im kommenden Jahr erstmals Runge-Schülerinnen und -Schüler die Moerser Partnerstadt in Israel.

Auf einer Tafel ist ein Eintrag Runges in ein Poesiealbum zu lesen. Das Album gehörte Käthe Frost, einer Freundin von Runges Ehefrau Wilhelmine, geborene Holtappels. Frosts Enkelin Kirsten Blesch war am Mittwoch bei der Einweihung der vier Tafeln anwesend. Sie hat das Album mit der Handschrift Runges dem Verein Erinnern für die Zukunft zur Verfügung gestellt.

Es wird auch Teil der neuen Ausstellung zur Geschichte des 20. Jahrhunderts sein, die kommendes Jahr im Alten Landratsamt eröffnet wird. Aus den vier Tafeln sticht das Porträt Hermann Runges heraus, das Erna Wagner-Hemke 1948 von ihm während seiner Arbeit für den parlamentarischen Rat gemacht hat. Runges Blick direkt in die Kamera mag auch heute noch für viele etwas Mahnendes haben.

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