Städtefreundschaft

Sant’Anna und Moers sind im stillen Gedenken vereint

Sie stellen das Programm vor (v.l.): Wolfgang Thoenes (Kulturdezernent), Atilla Cikoglu (SPD), Konrad Göke (Kulturbeauftragter), Astrid Schulze (Grafschafter) und Frank Liebert (SCI).

Foto: Lars Fröhlich

Sie stellen das Programm vor (v.l.): Wolfgang Thoenes (Kulturdezernent), Atilla Cikoglu (SPD), Konrad Göke (Kulturbeauftragter), Astrid Schulze (Grafschafter) und Frank Liebert (SCI). Foto: Lars Fröhlich

Moers.   Die Städtefreundschaft Moers/Sant’Anna die Stazzema gibt es seit zehn Jahren. An die Opfer des SS-Massakers erinnern beide Städte gemeinsam.

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Seit zehn Jahren gibt es einen regelmäßigen Jugendaustausch zwischen Sant’Anna di Stazzema und Moers. Daraus hat sich eine Städtefreundschaft entwickelt. Am übernächsten Wochenende kommt eine Delegation aus Sant’Anna nach Moers, um die Freundschaft zu würdigen und der Opfer der Gräueltaten der Nationalsozialisten zu gedenken.

In dem italienischen Bergdorf hat die SS am 12. August 1944 auf der Suche nach Partisanen 560 Alte, Frauen und Kinder ermordet. Das Massaker haben der Landschaftsverband Rheinland und der SCI:Moers vor zehn Jahren zum Anlass genommen, um einen Jugendaustausch zu organisieren. Die Stadt und die Politik beschäftigen sich ebenfalls mit dem Thema, zum Beispiel hält der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses Atilla Cikoglu mittelfristig eine Städtepartnerschaft für möglich.

Gefeit gegen aktuelle Stammtischparolen

SCI-Geschäftsführer Frank Liebert weiß, was ein Besuch der vom SCI begleiteten Jugendlichen in Sant’Anna bewirken kann: „Eine so nahe emotionale Berührung erlebe ich selten, harte Jungs kämpfen oft mit den Tränen.“ In jedem Fall, so Liebert, seien die Jugendlichen auf Grund der Auseinandersetzung mit den Gräueltaten der nationalsozialistischen Terrorherrschaft „gefeit gegen aktuelle Stammtischparolen“.

Zur Delegation aus Sant’Anna gehört einer der letzten Zeitzeugen des Massakers, Enrico Pieri. Seine Mutter wurde vor seinen Augen erschossen. Das sind die Programmpunkte für das Wochenende mit den italienischen Freunden:

Samstag, 18. November, 12 Uhr, Atlantic Kinocenter: Film „Das zweite Trauma – das ungesühnte Massaker von Sant’Anna di Stazzema“.

Samstag, 18. November, 17 Uhr, Kammermusiksaal Martinstift: Podiumsdiskussion zum Film, unter anderem mit dem Zeitzeugen Enrico Pieri.

Samstag, 18. November, 20 Uhr, Kammermusiksaal Martinstift: „Einen großen Nazi hat sie...“; neues Programm von Sonja Asselhofen (Violoncello), Julia Vaisberg (Klavier) und Stella-Louise Göke (Gesang).

Sonntag, 19. November, 10 Uhr, Barbaraschule, Barbarastraße 12: Würdigung: 10 Jahre Städtefreundschaft Comune di Stazzema und Stadt Moers.

INFO:

Seit zehn Jahren gibt es die vom SCI:Moers initiierte Städtepartnerschaft zwischen Sant’Anna di Stazzema und Moers.

Zum Abschluss des stillen Gedenkens am 19. November läuten die Glocken der Stadtkirche, von St. Josef und in Sant’Anna. Parallel sind auch Orgelkonzert und ökumenische Andacht in der Stadtkirche und die Gedenkmesse in Sant’Anna.

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