Jubiläum

Schlosserkameradschaft Neukirchen-Vluyn feiert 70-Jähriges

Die Schlosserkameradschaft feiert Jubiläum.

Die Schlosserkameradschaft feiert Jubiläum.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Neukirchen-Vluyn.  Die Schlosserkameradschaft Neukirchen-Vluyn ist vor 70 Jahren gegründet worden. Das wurde gefeiert. Aber für die Zukunft werden Probleme gesehen.

„Glück auf!“ hieß es Samstagabend im Sportpark Klingerhuf, als die Schlosserkameradschaft-Kumpel der Zeche Niederberg zu ihrem 70. Jubiläum zusammenkamen. Ein Abend voller Erinnerungen, Unterhaltung und Beisammensein stand den rund 100 Gästen bevor.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erfuhr der Bergbau auch in Neukirchen-Vluyn einen Aufschwung. „Die Kohle hat wieder eine Zukunft“, hieß es damals und das Gefühl von Geselligkeit war besonders nach der Währungsreform groß. So kam es dazu, dass sich am 28. August 1949 die „Schlossergemeinschaft NBAG unter Tage“ nach dem Motto des ersten Satzungspunktes: „Die Förderung der Kameradschaft und des Frohsinns, sowie der Geselligkeit“ gründete.

Bereits im nächsten Monat traten 53 Kameraden bei, um sich auch vor allem finanziell – zum Beispiel bei Krankheits- oder Sterbefällen – behilflich zu sein. Das gilt bis heute; sehr zur Freude der stellvertretenden Bürgermeisterin Claudia Wilps, die selbst aus einer Bergmannsfamilie kommt. „Es ist sehr wichtig, nicht nur die Asche zu bewahren, sondern das Feuer weiterzugeben“, sagte sie bei der Begrüßung.

In den Jahren ist viel passiert

In den 70 Jahren sei so einiges passiert. Zum Beispiel dürfen seit rund 20 Jahren auch Nicht-Schlosser der Kameradschaft beitreten, wie auch Interessierte, welche die Tradition fördern möchten, erzählt der Vorsitzende Josef Schröder, der als Elektroreviersteiger unter Tage auf Niederberg war. Seit 15 Jahren übernimmt er nun schon der Vorsitz.

Doch die Zukunft der Kameradschaft sehe nicht gut aus: „Wir sterben aus, das muss man leider so sagen. Wir werden nicht jünger und es gibt keine neuen Schlosserkameraden in der Grube, es gibt keine Bergwerke mehr und es fehlt der Nachwuchs.“

Die Erinnerungen bleiben

Was bleibt, sind die Erinnerungen, die in einer 30-minütigen Diashow gezeigt wurden. Bilder von den zahlreichen Karnevalsfeiern, die von den Schlosserkameraden etabliert wurden. Der Bau der Kampfbahn des SV Neukirchen, bei dem sich viele beteiligten. Genauso wie die ehemaligen Bürgermeister Oskar Böhm und Peter Wermke, die Kumpel und Kameraden sind. Heute treffe man sich „immerhin noch zum gemütlichen Beisammensein, für Tagestouren, für leckere Grillfeste, zum Barbaratag und leider auch zu Beerdigungen“, sagt Josef Schröder.

Es wurden Mitglieder gefeiert und geehrt, wie unter anderem Karl Dülberg und Oskar Böhm, die seit dem Gründungsjahr Teil der Kameradschaft sind. Letzterer verlieh dem Vorsitzenden Josef Schröder im Namen aller Mitglieder eine Bergmannstaschenuhr, als Zeichen der Dankbarkeit für die 15 Jahre, die sich Schröder für seine Kumpel nun schon engagiert. Nach der Diashow sorgten der singende Bergmann Rudy Cash und die Band Püttrologen für musikalische Unterhaltung.

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