Soziales

Schmusestunde in Kamp-Lintfort

Ingrid Nawrath mit Buddy (10). Er liebt die Seniorinnen und vor allem deren Leckerlis.

Ingrid Nawrath mit Buddy (10). Er liebt die Seniorinnen und vor allem deren Leckerlis.

Foto: FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.   Ein Mal pro Woche kommen zwei Tierheimmitarbeiterinnen mit zwei Hunden ins Altenheim St. Hedwig. Dort werden die Vierbeiner ausgiebig verwöhnt.

Wenn der hübsche Mischling Buddy und die Mini-Hündin Korken im Altenheim St. Josef auftauchen, werden sie immer freudig erwartet. Nicht nur für die beiden Hunde ist dann der Tag gerettet. Denn überall knistert es, überall werden verlockend duftende Tüten mit Leckerchen parat gehalten. Eine echte Win-Win-Situation, kann man sagen.

Beim Sozialen Dienst im Altenheim St. Hedwig hatte einer vor einiger Zeit die zündende Idee: Tiere wären schön zur Unterhaltung und auch zur Therapie der Bewohner. Und eine nette Abwechslung im Alltag. Leider hatte kein Mitarbeiter ein geeignetes Tier. Doch: „Beim Tierheim am Drehmannshof hatte man gleich ein offenes Ohr für unser Anliegen“, schildert Heimleiter Fred Krusch. Jetzt kommen zwei Mitarbeiterinnen ein Mal pro Woche mit Buddy und Korken zwecks Streicheltherapie. „Eine Bewohnerin war sehr depressiv und hat kaum geredet“, erinnert sich Sara Brünnen vom Sozialen Dienst. „Als die Hunde kamen, hat sie einen sofort auf den Arm genommen und gestrahlt.“

Viel Begeisterung

Gerade wird wieder ‘mal recht herzlich geleckt, geschnüffelt, gesabbert und geschmust, und die alten Damen der Wohngruppe müssen über so viel vierbeinige Begeisterung lachen: „Am liebsten würden wir sie hier behalten“, meint Elfriede Schönberg (91). Die Frauen haben reichlich Leckerli besorgt und freuen sich über die freundliche Reaktion der Hunde. Auch für Ingrid Nawrath (75) ist der tierische Besuch immer ein Höhepunkt in der Woche. Immerhin hatte sie selbst siebzehneinhalb Jahre selbst einen Vierbeiner. „Axel hieß er“, bekundet sie. Dann ihre Ansage: „Der Kleine kommt bei mir auf den Schoß!“

Beate Mühlenberg und Jessica Hinchado-Gomez sind es, die aus dem Tierheim am Drehmannshof fast jede Woche mit den beiden Vierbeinern treu zu den Senioren gehen. „Die Tierheimhunde werden hier ganz besonders nett begrüßt, ohne Vorurteile“, sagt Beate Mühlenberg. Und gerade weil die beiden Vierbeiner gewissermaßen ebenfalls im Heim lebten, würden sie von den Seniorinnen so ausgiebig betüddelt.

Auch Fische und Laufenten

„Auch für die Tierheimmitarbeiterinnen ist es schön, hierher zu kommen“, meint Fred Krusch. Kaum vorstellbar, wenn sie nicht mehr kämen. Inzwischen hat man in St. Hedwig auch noch anderweitig die Liebe zum Tier entdeckt. Nach den Hunden kam das große, gepflegte Aquarium im Flur. Und danach wurden drei putzige, hochbeinige Laufenten angeschafft. Sie haben einen eigenen Stall und dürfen auf dem ganzen Gelände frei umhertrappeln.

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