St. Martin

Schützen in Moers Vinn pflegen die 50-jährige Tradition

St. Martin reitet seit 50 Jahren durch Vinn.

St. Martin reitet seit 50 Jahren durch Vinn.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Moers.   St. Martin reitet seit 50 Jahren durch den Moerser Stadtteil Vinn. Der Schützenverein pflegt die Tradition. Zum Jubiläum gab es etwas Besonderes.

Was im wahrsten Sinne des Wortes aus einer Schnapsidee entstanden ist, hat sich nach einem halben Jahrhundert in Vinn wirklich etabliert: Zum 50. Mal organisierte der Schützenverein Moers-Vinn 1903 am Samstag den St. Martinszug für die Schüler der Adolf-Reichwein-Schule.

„Die Initiatoren haben sich damals an der Theke getroffen und dabei kurzerhand beschlossen, für das Dorf Vinn einen eigenen Zug zu organisieren“, erklärte Malte Edel, Pressewart des Schützenvereins. Die damaligen Initiatoren, das waren: Bernhard Klotz, Fritz Werth zu Osten und Helmut Altenschmidt. Die Organisation ist bis heute in Schützenhand geblieben. Aus dem allgemeinen Zug wurde indes ein Zug für die Schüler, Lehrer und Eltern der Adolf-Reichwein-Schule.

Los ging es am Samstag wieder auf dem Schulhof. Von dort zog der Zug mit mehreren hundert Teilnehmern bei Einbruch der Dunkelheit, singend und in Begleitung von zwei Musikkapellen, unter anderem über die Humboldtstraße, Vinner Straße und Leibnizstraße, bis zum Schützenhaus.

Bunte Laternen in der Dunkelheit

Desto dunkler es wurde, umso schöner leuchteten die Laternen der Kinder. Die bekannten Lieder wie „Ich geh‘ mit meiner Laterne“, „Durch die Straßen“ oder „St. Martin“, standen natürlich hoch im Kurs und wurden kräftig mitgesungen. „Den Weg haben wir in diesem Jahr zum Jubiläum etwas geändert. Wir machen einen Schlenker mehr, damit wir so viele Anwohner wie möglich erreichen können“, sagte Edel.

Das war nicht die einzige Besonderheit in diesem Jahr. Zum ersten Mal saß auf dem Pferd keine Martina mehr, sondern ein männlicher St. Martin. Die Reiterin der vergangenen 15 Jahre war verhindert. „Das war natürlich schade, dass sie nicht konnte. Es ist aber auch eine glückliche Fügung, denn jetzt haben wir erstmals ein weißes Pferd, wie es die Legende besagt“, so der Pressewart. Und das sollte genutzt werden: So fand in diesem Jahr das Martinsspiel, das den Schülern sonst vorab an der Schule erzählt wird, erstmals direkt am Feuer statt. Wenn das gut ankomme, so Malte Edel, dann wolle man dies eventuell beibehalten.

350 Martinstüten für die Kinder

Nach dem Zug gab es für die Kinder traditionell die Martinstüten. Auch das hat vor 50 Jahren mit 150 bis 200 Tüten klein angefangen. „Zu Hochzeiten haben wir bis zu 1500 Tüten befüllt“, erinnert sich Edel. Äpfel, Mandarinen, Kekse und Schokolade befanden sich in diesem Jahr in rund 350 Tüten.

Um diese zu befüllen, begaben sich 15 ehrenamtliche Sammler des Schützenvereins zuvor auf der Suche nach Spenden. Und das hat sich gelohnt: Am Samstag strahlten dann viele Kinderaugen, beim Durchstöbern der Tüten.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben