Wahlen in Moers

Schwere Panne bei den Kommunalwahlen in Moers: Und jetzt?

Bei der Kommunalwahl im Moers hat es eine schwere Panne gegeben (Symbolbild).

Bei der Kommunalwahl im Moers hat es eine schwere Panne gegeben (Symbolbild).

Foto: Robert Michael / dpa

Moers.  In einem Wahlbezirk in Moers treten bei der Stimmen-Neuauszählung zum Teil starke Unterschiede bei vier von sieben Bürgermeisterkandidaten auf.

Bei den Kommunalwahlen in Moers am Sonntag hat es in einem Wahlbezirk eine schwere Panne gegeben. Bei einer Neuauszählung der Stimmen für die Bürgermeisterwahl trat beim parteilosen Kandidaten Torsten Gerlach eine Differenz von 89 Stimmen, beim FDP-Bewerber Dino Maas eine Differenz von 66 Stimmen auf.

Laut Mitteilung der Stadt vom Donnerstag haben die Veränderungen keine Auswirkungen auf die Stichwahl zwischen den Kandidaten Ibrahim Yetim (SPD) und Christoph Fleischhauer (CDU) am 27. September.

Am Dienstag hatte die FDP im Wahlausschuss beantragt, den Briefwahlbezirk 123.9 (Schwafheim/Asberg-Süd) für die Ratswahl neu auszuzählen, weil sich dort das Ergebnis der Partei stark von dem Ergebnis für ihren Bürgermeisterkandidaten unterschied. Mit nur elf Stimmen mehr hätte die FDP einen Sitz mehr im Rat gehabt. Die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl waren dagegen im Ausschuss einstimmig verabschiedet worden.

Bereits am Mittwoch hatte die Stadt neu ausgezählt (NRZ berichtete) und dabei nicht nur – wie eigentlich vorgesehen – die Stimmen für die Ratswahl neu ausgezählt, sondern auch die für den Bürgermeister – wegen einer „statistischen Auffälligkeit“.

Das Ergebnis ist nach Meinung vieler erstaunlich. Zwar gab es bei der erneuten Auszählung der Stimmen für die Ratswahl keine Veränderungen, doch bei gleich vier der sieben Bürgermeisterkandidaten ergaben sich zum Teil deutliche Unterschiede. Die Ergebnisse (in Klammern die Auszählung vom Sonntag): Claus Peter Küster (Grafschafter) 27 (32), Dino Maas (FDP) 33 (96), Torsten Gerlach (parteilos) 109 (20), Markus Helmich (parteilos) 20 (37). Bei Christoph Fleischhauer (CDU), Ibrahim Yetim (SPD) und Diana Finkele (parteilos, für die Grünen) gab es keine Veränderungen.

Am stärksten betroffen sind also Gerlach, der jetzt 89 Stimmen mehr hat, und Maas mit jetzt 66 Stimmen weniger. Beide reagierten auf NRZ-Anfrage am Donnerstag äußerst unterschiedlich. Maas: „Es geht mir nicht um die FDP, sondern vielmehr um die Frage, welches Vertrauen ich noch in die Auszählung insgesamt haben kann.“ Gerlach: „Es handelt sich offenbar um menschliches Versagen. Ich war selbst einmal Wahlhelfer und habe keine Zweifel an der Integrität der gesamten Wahl.“

Der Moerser FDP-Vorsitzende Martin Borges sagte: „Wir lassen zurzeit prüfen, ob die Ratswahl insgesamt neu ausgezählt werden kann. Die CDU und die Grafschafter sehen dazu keine Notwendigkeit, die SPD möchte vor allem wissen, warum die Bürgermeister-Stimmen ohne Auftrag ausgezählt wurden und wünscht sich Stichproben.

Stadt-Pressesprecher Thorsten Schröder geht davon aus, dass bei der Auszählung im Wahlbezirk am Sonntag ein oder mehrere Stapel falsch abgelegt wurden. Und: „Indizien für Abweichungen in anderen Bezirken liegen uns nicht vor.“ Laut Schröder stehe bereits fest, dass mögliche Anträge auf weitere Neuauszählungen in Abstimmung mit dem Kreis abgelehnt würden.

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