Landesgartenschau

So wird der Weltgarten auf der Kamp-Lintforter Laga

Der Plan steht: Lutz Hartmann (l.) und Reinhard Schmeer vom Verein fair/rhein.

Der Plan steht: Lutz Hartmann (l.) und Reinhard Schmeer vom Verein fair/rhein.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Der Verein fair/rhein plant für den Weltgarten auf dem Landesgartenschaugelände in Kamp-Lintfort. Dabei ist Platz für viele kreative Ideen.

Wenn die Landesgartenschau am 17. April 2020 ihre Pforten öffnet, werden auf dem Gelände auch globale Nachhaltigkeit und fairer Handel Themen sein: Der Kamp-Lintforter Verein fair/rhein baut auf 600 Quadratmetern einen „Weltgarten“ auf, in dem Laga-Besuchern Wissenswertes rund um die beiden Themen auf grüne und kreative Weise vermittelt werden soll.

Der Weltgarten ist eine multimediale, interaktive Ausstellung, die vom Eine Welt Netz NRW (EWN) seit 15 Jahren immer wieder an verschiedensten Orten – auch auf Gartenschauen – aufgebaut wurde. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein sieben Meter hohes Kuppelzelt, verschiedene Lernstationen und ein Café. Das EWN fragte vor einem Jahr beim Kamp-Lintforter Verein an, ob dieser den Weltgarten auch auf der Kamp-Lintforter Laga betreiben könnte. Keine einfache Entscheidung für einen ehrenamtlich geführten Verein: „Im Sommer letzten Jahres haben wir uns entschieden, dass wir es machen“, sagt Lutz Hartmann vom Vorstand.

Fördermittel von 175.000 Euro für das Laga-Projekt sind bei der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW beantragt und bewilligt, Co-Finanzier ist Brot für die Welt. 15 Prozent der Gesamtkosten muss fair/rhein in Eigenleistung erbringen. Ein Drittel davon müssen Barmittel sein, der Rest der Summe läuft unter dem Stichwort Eigenleistungen – also durch Arbeit von Ehrenamtlern. Das hieß im letzten Jahr für die Vereinsmitglieder vor allem eins: Klinken putzen. Und in diesem Jahr: Menschen finden, die sich verbindlich ehrenamtlich engagieren wollen.

Das erste Problem: einen Gartenbaubetrieb zu finden, der die Arbeiten für den Weltgarten auf dem Laga-Gelände ausführt.

Es wird ein umfangreiches Kursangebot im Weltgarten geben

Die Auftragsbücher der Betriebe in der Gegend seien mit der Laga im Rücken offensichtlich gut gefüllt, hat fair/rhein-Vorstand Reinhard Schmeer bei der Suche erfahren müssen. Ein denkbarer Partner sei derzeit der SCI:Moers, sagt Hartmann: „Der SCI:Moers wäre auch ein sozialer Partner – das käme uns entgegen.“

Neben dem Kuppelzelt und dem Café, in dem es einen Ausschank mit Produkten aus fairem Handel geben wird, soll es unter anderem Hochbeete mit Nutzpflanzen geben, eine „Kartoffelkiste“, bei der es um den ökologischen Fußabdruck geht, oder einen entsprechend bepflanzten Kaffee- und Orangenparcours, bei dem soziale und ökologische Anbaubedingungen und Alternativen thematisiert werden. Dazu wird der Weltgarten mit einem umfangreichen Kursangebot und einer eigens dafür eingestellten pädagogischen Fachkraft einer der Haupt-Lernorte für das geplante „Grüne Klassenzimmer“ sein: „Wir hoffen, auf diesem Wege möglichst viele junge Leute in unseren Garten zu bekommen“, so Schmeer. Geplant ist aber auch ein eigenes Programm, an dem sich regionale Gruppen noch gerne beteiligen können.

Stichwort Ehrenamtler: „Jeder, der mag, kann mit seinem eigenen Zeitbudget zu uns kommen“, sagt Schmeer.

„Sehr interessiert sind wir natürlich an Leuten, die am Wochenende können.“ Aufgabenbereiche sind unter anderem Führungen, Verkauf, Logistik oder Öffentlichkeitsarbeit.

Schmeer und Hartmann freuen sich schon auf die Laga – auch, wenn Urlaub in dieser Zeit für das Kernteam gestrichen ist. „Aber bis wir so weit sind, bleibt noch ziemlich viel zu tun“, sagt Hartmann.

Ein Treffen für Interessierte findet am 12. September um 19 Uhr im Weltladen in der Schulstraße statt.

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