Europapolitik

Spannende Diskussion: Was bringt Europa für Kamp-Lintfort?

Edgar Stary (SPD AG 60 Plus Kamp-Lintfort), Hans Peter Weiß (Kreisverband Wesel Die Grünen), Moderatorin Katharina Ruß, Beret Roots (FDP) und Fotis Matentzoglou (Kreisverband Linke Recklinghausen) sprachen bei CEC-Connect mit dem Publikum über Europa.

Edgar Stary (SPD AG 60 Plus Kamp-Lintfort), Hans Peter Weiß (Kreisverband Wesel Die Grünen), Moderatorin Katharina Ruß, Beret Roots (FDP) und Fotis Matentzoglou (Kreisverband Linke Recklinghausen) sprachen bei CEC-Connect mit dem Publikum über Europa.

Foto: Volker Herold

Kamp-Lintfort.   Der Kamp-Lintforter Verein CEC-Connect hatte Politiker zur Podiumsdiskussion geladen. Grüne glauben, ein Alleinstellungsmerkmal zu haben.

Lange Monologe und Parteiprogramme wollten die Besucher am Mittwochabend definitiv nicht hören. Im Gegenteil: Sie wollten reden, Fragen stellen und kritisch nachhaken. Zur Europawahl am 26. Mai veranstaltete der Kamp-Lintforter Verein CEC-Connect eine Podiumsdiskussion. Eingeladen waren Vertreter der Parteien, die auch im Stadtrat vertreten sind: SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und CDU – letztere hatte allerdings niemanden aufs Podium geschickt.

Offene Grenzen sind bedeutsam

„Es ist jetzt wichtiger denn je, Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich über die europäische Politik zu informieren und zu erfahren, was Europa für die eigene Stadt bedeutet“, sagte Rainer Klotz von CEC-Connect. Dazu passend gab es die Einstiegsfrage, was Europa den Kamp-Lintfortern eigentlich bringt. „Wir leben hier seit 74 Jahren in Frieden, das haben wir der EU zu verdanken, örtliche Unternehmen bekommen Förderungen aus EU-Geldern, das Telefonieren ist günstiger geworden“, sagte Edgar Stary (SPD). Die offenen Grenzen seien auch für Kamp-Lintfort, insbesondere für den Handel bedeutsam, betonte Beret Roots (FDP). Das bestätigte auch Hans-Peter Weiß, Vertreter der Grünen des Kreisverbandes Wesel. Kamp-Lintfort sei auch wegen der Hochschule mit hohem Ausländeranteil eine internationale Stadt. Weiter ging es mit Themen wie Steuersätze für ausländische Unternehmen oder einheitliche Mindestlöhne. Einig waren sich Roots und Fotis Matentzoglou vom Kreisverband Recklinghausen der Linken beim Thema Infrastruktur. Das Verkehrsnetz und insbesondere der ÖPNV zwischen den Niederlanden und dem Niederrhein müsse ausgebaut werden.

Die Menschen sind politikmüde

Schülerin und Moderatorin Katharina Ruß schlug sich besonders gut: Sie hakte souverän nach, schritt ein, wenn einer zu lange das Wort ergriff, und ließ die Besucher mitreden. „Die Menschen sind einfach politikmüde. Sie denken, dass sie nicht mehr erhört werden“, kritisierte eine Besucherin. Einig waren sich die vier Parteienvertreter daher, dass man nicht nur vor der Europawahl, sondern während der gesamten Legislaturperiode mit den Bürgern im Gespräch bleiben müsse.

Fragen zum Umweltschutz und natürlich die Debatte um den Kiesabbau blieben auch an diesem Abend nicht aus. Grünen-Politiker Weiß verwies auf ein „Alleinstellungsmerkmal seiner Partei“. Die Grünen seien die einzigen, die sich auf allen Ebenen gegen Kiesabbau einsetzen. „Wir müssen es schaffen, dass Baustoffe recycelt werden oder mehr aus Holz gebaut wird.“ Hitzig wurde noch einmal die Diskussion über die „Fridays for Future“-Demos. „Es kann nicht die Aufgabe der Schüler sein, etwas am Klimawandel zu ändern, das muss Aufgabe der Politik sein“, sagte Stary. Matentzoglou widersprach: „Nein, genau solch einen Aktionismus aus der Bevölkerung brauchen wir. So baut man Druck auf die Politiker auf.“

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