Wahl Neukirchen-Vluyn

SPD in Neukirchen-Vluyn jubelt über Wahlergebnis

Enttäuschte Mienen bei der CDU im Rathaus Neukirchen-Vluyn

Enttäuschte Mienen bei der CDU im Rathaus Neukirchen-Vluyn

Foto: WAZ FotoPool

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Neukirchen-Vluyn.Die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat haben sich verschoben. Die Gewinner des gestrigen Wahlabends heißen NV Auf Geht’s und SPD. Am Ende einer langen Auszählung hatte insbesondere die kleine Gruppe von Klaus Wallenstein mächtig zugelegt und wurde dafür mit einem weiteren Sitz im Stadtrat belohnt. Von 5,33 Prozent vor fünf Jahren ging es jetzt rauf auf 7,45 Prozent. Die SPD ging mit 39,88 Prozent aus dem Rennen, vor fünf Jahren waren es 35,28 Prozent gewesen. Sie bekommen einen Sitz mehr und haben somit jetzt 15.

Eindeutig Anlass für große Freude bei den Sozialdemokraten. Der größte Jubel entpuppte sich allerdings als Fehler bei der Eingabe. Günter Zeller war so überwältigt, dass er seinen Wahlbezirk „zum ersten Mal seit 1975 direkt“ geholt hatte – später gegen 20.44 Uhr folgte die offizielle Entschuldigung: Bei der Eingabe waren zwei Wahlbezirke vertauscht worden und Zeller musste sein Direktmandat wieder abgeben. Der nahm es mit Humor: „Es war ein schönes Gefühl für anderthalb Stunden.“

Die Sozialdemokraten konnten aber noch das eine oder andere Mal jubeln, nachdem sie der CDU frühere Direktmandate abgenommen hatten. Die CDU verlor am Ende entscheidende 3,81 Prozent, ihr Ergebnis lautete schließlich 36,07 Prozent. Vor fünf Jahren waren sie noch mit 39,88 Prozent aus der Wahl gegangen. Die Folge: Sie tauschen quasi einen Sitz mit der SPD und haben jetzt 14.

Im Bezirk der Altenheimat Vluyn hat die CDU über neun Prozent verloren und musste hier das Direktmandat der SPD überlassen, die ein Plus von rund 12 Prozent abräumte. Immerhin konnte Jeannette Jordan (CDU) jubeln, weil sie erfolgreich den Wahlbezirk in Rayen verteidigte, den sie von Urgestein Klaus Franzen übernommen hatte.

Allerdings musste auch die FDP kräftig Federn lassen und ist neben der CDU der zweite Verlierer dieser Wahl. Sie gibt einen Sitz ab und sackt von 6,18 Prozent auf jetzt 3,59. „Im großen und ganzen ist das enttäuschend“, gab der Fraktionsvorsitzende Norbert Gebuhr zu. Die Piraten mussten bis zum letzten Wahlbezirk zittern, sie ziehen nun erstmals bei 2,64 Prozent mit einem Sitz in den Stadtrat ein. Jochen Lobnig gab sich „überglücklich“ und kündigte sechs arbeitsreiche Jahre an, in denen die Piraten ihre Duftmarke setzen wollen.

Das wollen die Grünen auch. Die Ökopartei zieht zumindest mit Blick auf die Zahlen unverändert in den nächsten Stadtrat ein – obwohl es zwischendurch auch mal über 14 Prozent zu bejubeln gab. Spitzenkandidat Christian Esser äußerte sich insgesamt zufrieden mit dem Ergebnis: 10,29 Prozent und wie gehabt vier Sitze.

„Die Arbeit geht weiter“, kommentierte Bürgermeister Harald Lenßen später. Und weiter: „Es wird Mehrheiten für die wichtigen Entscheidungen geben.“ Diese zu finden, dürfte angesichts der Verschiebung wohl etwas schwieriger werden als bisher.

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