Unterwegs

SPD-Mann aus Kamp-Lintfort ist jetzt geprüfter Wanderführer

René Schneider im Kamper Busch: Der SPD-Landtagsabgeordnete ist jetzt geprüfter Wanderführer des Sauerländischen Gebirgsvereins.

René Schneider im Kamper Busch: Der SPD-Landtagsabgeordnete ist jetzt geprüfter Wanderführer des Sauerländischen Gebirgsvereins.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider ist jetzt Wanderführer. Auslöser für den Kursus im Sauerland war eine folgenschwere Fehlplanung.

Zumindest die Familie wird die jüngste Prüfung, die der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider abgelegt hat, mit Beruhigung zur Kenntnis genommen haben. Schneider ist jetzt geprüfter Wanderführer, und das heißt, dass ihm eine solch folgenschwere Fehlplanung wie in einem der letzten Familienurlaube nicht mehr unterlaufen wird: „Ich hatte eine 13-Kilometer-Strecke geplant, aber leider übersehen, dass es da ganz schön auf und ab ging. Heute weiß ich, dass aus diesen 13 Kilometern gefühlte 20 geworden sind. Das nennt man Leistungskilometer, wenn die zu überwindenden Höhenmeter einberechnet sind.“ Das Gemaule der Söhne hat er wahrscheinlich noch im Ohr.

Zwei Wochenenden hat Schneider in Arnsberg beim sauerländischen Gebirgsverein verbracht, um künftig Routen zuverlässig planen zu können. „Ich nehme mir immer vor, in jedem Jahr etwas Neues zu lernen. Es hätte auch eine Sprache sein können“, sagt der Sozialdemokrat. „Aber ich hab halt Spaß am Wandern und Spaß daran, dass ich jetzt Gruppen führen kann.“ Es sei sehr viel Theorie gewesen, nur ein praktisches Beispiel am Schluss. An diesen Wochenenden hat er aber auch eine interessante Erkenntnis gewonnen: „Es gibt kaum noch analoge Karten.“

Heute renne alles mit GPS-Gerät oder Handy umher. Mit beidem habe er sich bei dem Kursus beschäftigt. „Ich finde es gut, wenn gewisse Fertigkeiten – wie das Einnorden einer Landkarte – nicht verkommen.“ Sein altes GPS-Gerät „aus Geo-Caching-Tagen“ hat er aber auch griffbereit am Rucksack hängen.

Er sei bei dem Kurs der Jüngste gewesen. Fürs organisierte Wandern interessierten sich eher Leute über 40 Jahren, sagt René Schneider. Nicht zuletzt diesem Umstand dürfte die folgende goldene Wanderregel geschuldet sein, die man dem Niederrheiner mit auf den Weg gab: „Alles über zehn Kilometer – da brechen einem die Leute weg. Da will niemand mehr mitlaufen.“

Okay, das wird er den Leuten bei seiner Herbstwanderung am kommenden Sonntag wahrscheinlich nicht auf die Nase binden, denn seine Tour vom Hochschulparkplatz zum Kloster Kamp und dem Wickrather Feld zurück zur ehemaligen Zeche – das sind dann doch 13 Kilometer.

„Sonst können wir doch alle die tollen Sachen in dieser Stadt nicht sehen“, entschuldigt sich der Wanderführer mit Lokalpatriotismus. Und Sendungsbewusstsein. Natürlich werde zuweilen auch über Politik gesprochen, wenn er zum Wandern einlädt, sagt der SPD-Politiker. Aber ihm gehe es eher um das gemeinsame Erleben, die Natur, um intensive Gespräche beim Wandern und, ja, das gemeinsame Bier, das nach abgelaufener Strecke noch mal so gut schmeckt. Da sei das Wandern dem Radfahren deutlich überlegen, findet er.

Zum Wandern gekommen sei er über Bernd Kames, der für die Kamp-Lintforter Grünen im Rat sitzt. Mit ihm sei er – in Etappen – den so genannten K-Weg gelaufen, 42 Kilometer rund um Kamp-Lintfort. Ein Weg, den der Vater von Bernd Kames wohl mal ausgearbeitet habe. Die weiteste Strecke, die Schneider mal gewandert sei, waren 32 Kilometer.

Und das tatsächlich im Wahlkampf: „Von Alpen über Sonsbeck bis Xanten. Und zwischendrin die Sonsbecker Schweiz. Danach war ich fix und alle.“ Sein Tipp für geschundene Füße: Hirschtalg. Und was gehört für ihn in den Rucksack neben Kartenwerk und Getränk? „Ich muss immer ein Ei dabei haben und Deftiges wie Mettenden.“ Falls die Tour mal wieder länger wird.

Der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider lädt für Sonntag, 24. November, zur winterlichen Wanderung durch Kamp-Lintfort ein. Treffpunkt ist um 9 Uhr am Parkplatz der Hochschule Rhein-Waal (Friedrichstraße). Die Tour dauert etwa vier Stunden. Zum Schluss besteht die Möglichkeit, in geselliger Runde im Alten Kasino an der Ringstraße zünftig zu Mittag zu essen. Während der Tour ist Rucksack-Verpflegung angesagt. Die Teilnahme an der Wanderung ist kostenlos, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

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