Demonstration

150 bei Demo in Kamp-Lintfort – Party in Moers bleibt ruhig

150 Menschen haben an der Demonstration im Kamp-Lintforter Stadtteil Hoerstgen teilgenommen.

150 Menschen haben an der Demonstration im Kamp-Lintforter Stadtteil Hoerstgen teilgenommen.

Foto: Matthias Alfringhaus

Kamp-Lintfort/Moers.  Im Kamp-Lintforter Stadtteil Hoerstgen richtet sich der Protest gegen einen Rechtsextremisten. Die umstrittene Party in Moers verläuft ruhig.

150 Menschen haben am Samstagabend im Kamp-Lintforter Stadtteil Hoerstgen für Demokratie und Toleranz und gegen Rechtsradikalismus demonstriert. Ihr Protest richtete sich gegen einen Rechtsextremisten, der seit einiger Zeit am Ort wohnt. Die Demonstration wurde von starken Polizeikräften gesichert.

Zu der Demonstration hatte das Bündnis „Niederrhein gegen Rechts“ aufgerufen. „Wir wollen uns hier heute Abend nicht provozieren lassen, sondern für Demokratie und Toleranz einstehen“, sagte der Moerser SPD-Ratsherr Jürgen Schneider, einer der Veranstalter. Stefan Maser, Pfarrer in der evangelischen Dorfkirche Hoerstgen, berichtete anschließend, wie der Stand der Dinge im 1000-Einwohner-Stadtteil Hoerstgen ist: „Wir haben einen Neonazi-Treff hier am Ort. Es gibt Einschüchterungsversuche, Drohungen, Übergriffe und antisemitische Parolen. Viele hier im Dorf sagen: Wir werden nicht schweigen.“

Eine Nachbarin sprach von „unsäglichen Veranstaltungen und extrem rechter Beflaggung“ auf dem Grundstück des Rechtsextremisten und „Drohungen gegen das Leben“. Es bestehe offenbar die Absicht, Hoerstgen zu einem deutsch-nationalen Ort zu machen. Für die Demonstration bedankte sie sich bei den Organisatoren und den Teilnehmenden, den Menschen aus Hoerstgen, Pfarrer Maser, dem Landtagsabgeordneten René Schneider und Bürgermeister Christoph Landscheidt. Letztere konnten allerdings an der relativ kurzfristig organisierten Demonstration nicht teilnehmen.

Gesichert durch starke Polizeikräfte zog die Demonstration durch den Ortsteil. Vertreter des Bündnisses Niederrhein gegen Rechts freuten sich über den großen Zuspruch aus der Bevölkerung. „Wir haben viele Menschen erreicht“, sagte Jürgen Schneider. Das Bündnis will weiterarbeiten, für diesen Herbst sei eine Veranstaltung zur Kommunalwahl im kommenden Jahr geplant.

Die Demonstration war eine Reaktion auf eine Feier in der Moerser Diskothek Cobra am Samstagabend, für die der Rechtsextremist ein großes Kartenkontingent geordert haben soll. Dort blieb es die Nacht über ruhig, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. In der Nacht zu Freitag war auf die Diskothek ein Farbanschlag verübt worden.

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