Dong Open Air

Stars der Szene beim Dong Open Air in Neukirchen-Vluyn

Steel Panther hat am Samstag die Bühne gerockt.

Steel Panther hat am Samstag die Bühne gerockt.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Neukirchen-Vluyn.  Drei Tage lang haben harte Töne auf der Halde in Neukirchen-Vluyn geherrscht. Beim DOA gab es am Samstag noch mal feinsten Metal auf die Ohren.

Es waren wahrscheinlich nicht einmal zwei Minuten vergangen, bis das gesamte Publikum in völliger Ekstase war: Der wummernde Bass begann, die Fans fingen an, im Rhythmus mit zu klatschen, bis die vier Jungs von Steel Panther auf der Bühne standen. Dann legte die Band los. Mit ihrer abgelieferten, zugegeben etwas skurrilen Show, waren sie zurecht der Headliner des diesjährigen Dong-Open-Air-Festivals (DOA) auf der Halde Norddeutschland.

„Endlich haben wir Steel Panther, zehn Jahre nach ihrem richtigen Durchbruch, hier. Die Gruppe passt super zu unserem Publikum und zu unserem Festival“, sagte Veranstalter Stephan Liehr. Optisch versetzte die Band aus Los Angeles den Dongberg ein bisschen zurück in die 1980er Jahre: In schrillen Glitzerkostümen mit Pailletten-Stirnband und Nieten-Jeans rockte die Gruppe.

Die Jungs spielten keinen düsteren Metal, sondern Glam-Metal. Die rockigen Power-Balladen waren geprägt von vielen Gitarrensoli, den sexualisierten Texten und offen zur Schau gestelltem Hedonismus. Frontmann Ralph Saenz bewegte sich gesanglich dabei sicher in unfassbar hohen Tonlagen. Das kam an. Fans wurden von hinten über die Köpfe der anderen bis zur Bühne getragen. Die Stimmung hätte nicht besser sein können.

Nicht ganz unschuldig war daran sicherlich auch Deserted Fear. Die Band spielte vor Steel Panther tiefsten Death-Metal. Schon da gab es die ersten Bierduschen des Tages.

Bloodywood kam als Geheimtipp

Matthias, Ulli und ihre Freunde brauchten zwischendurch eine Pause. Bei einem Bierchen im eigenen Pavillon kein Problem. Ihrer Kreativität haben sie auch freien Lauf gelassen: Der Tisch bestand aus einem auseinandergefalteten Pappkarton. „Den gibt’s mittlerweile auch im Möbelhaus zu kaufen“, erklärte Matthias scherzend. „Improvisation ist alles, was man hier oben braucht. Das macht das DOA so genial.“

Allzu lange wurde aber nicht pausiert, schließlich ging es auf der Bühne musikalisch weiter. Ein kleiner Geheimstar war sicherlich Bloodywood. Die Gruppe spielte am Samstagnachmittag. Es war der erste Auftritt außerhalb Indiens. Der Name kam nicht von ungefähr und erinnerte nicht zufällig an Bollywood. Die Band mischte indische Folklore, dank bunter Trommeln, mit harten Metalklängen.

Die Fans waren begeistert. Sie feierten den Sänger und der Sänger feierte das Publikum wie bei einem indischen Volksfest.

Der Einhornlook ist Modetrend

Lange Haare sind unter den Metal-Fans ja wirklich keine Seltenheit. Marians lange Haarpracht stach dennoch heraus: Er trug eine voluminöse pinke Perücke. Kombiniert mit einer Leggings in Metallic-Optik und einem T-Shirt mit Einhornmotiv. „Das Shirt und die Hose hat mir meine Freundin gekauft. Die Perücke war dann eine spontane Idee“, erzählte der Duisburger. So mischte er sich vor der Bühne unter die Besucher, die reagierten amüsiert über Marians auffälligen Look.

Vom diesjährigen Festival war Marian begeistert. „Vor allem Craving hat mich überzeugt. Ich kannte die Band vorher nicht und sie waren richtig gut“, sagte er.

Aber noch einmal zurück zum diesjährigen Modetrend: Der Einhornlook war scheinbar nicht nur bei Marian angesagt. Gleich mehrere Besucher schlüpften in plüschig-pinke Overalls, trugen Einhorn-Mützen. Im Camp gab es Einhorn-Luftmatratzen und Einhorn-Deko. Warum diese Fabelwesen scheinbar ein neues Maskottchen der Metalszene wird, wusste dann aber doch niemand so richtig.

Veranstalter Stephan Liehr ist mit dem diesjährigen Festivalverlauf mehr als zufrieden. Irgendwelche negativen Zwischenfälle habe es während der gesamten drei Tage nicht gegeben. Nicht zuletzt auch, weil es der ein oder andere Festivalbesucher vielleicht sehr ruhig anging: Vom eignen Zelt wurde der Blick übers Ruhrgebiet und den Niederrhein genossen und dabei sogar ganz ungestört ein Buch gelesen. Auch das gehört zum Dong Open Air dazu.

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