Gericht

Streit um illegale Baumfällaktion in Moers geht vor Gericht

Ein Foto aus dem Garten nach der Fällaktion vom 5. März 2016.

Foto: Christoph Karl Banski

Ein Foto aus dem Garten nach der Fällaktion vom 5. März 2016. Foto: Christoph Karl Banski

Moers.   Im Februar 2016 wurden in einem Garten illegal zwei Buchen gefällt. Jetzt muss sich die Nachbarin der Gartenbesitzerin vor Gericht verantworten.

Es waren offensichtlich doch keine Biber, die vor knapp zwei Jahren an der Sedanstraße 35a am Schlosspark zwei gesunde Buchen umgelegt haben. Dieser Fall von Baumfrevel, der seinerzeit hohe Wellen schlug (die NRZ berichtete), hat nun ein juristisches Nachspiel: Die Nachbarin der geschädigten Grundstücksbesitzerin muss sich am Dienstag, 16. Januar, um 13 Uhr vor dem Strafrichter verantworten.

Es war der 22. Februar 2016, als die Apothekerin Dr. Christina Heuer entdeckte, dass jemand sich zu ihrem Grundstück an der Sedan­straße 35a illegal Zutritt verschafft und ohne ihr Wissen – und vor allem ohne ihre Genehmigung – zwei Hainbuchen gefällt hatte. Die Apothekerin erstattete Strafanzeige gegen unbekannt, hegte allerdings gleichsam einen Verdacht. Denn die Bäume waren seit langem ein Zankapfel zwischen ihr und den Nachbarn, denen die Bäume ein – zugegebenermaßen recht großer – Dorn im Auge gewesen sein sollen.

Die Bäume spenden Schatten

Denn die Buchen taten das, was Bäume nun einmal so tun: Sie spenden Schatten. Den warfen die Hainbuchen in diesem Fall auf das Nachbargrundstück des Heuer’schen Hauses, was besagte Nachbarn offenbar als sehr störend empfanden. So jedenfalls schildert es die Familie Heuer, und so ist es auch den Akten des Fachbereichs Grün der Stadt zu entnehmen; etwa einen Monat vor der illegalen Fällung gab es einen Ortstermin unter amtlicher Beteiligung. Einer Fällung ihrer alten gesunden Buchen wollte Christina Heuer auch nach dem Ortstermin jedoch keinesfalls zustimmen.

Doch eines Tages lagen die Bäume professionell gefällt in ihrem nicht frei zugänglichen Garten. Kinder und Nachbarn hatten am Tattag gegen 13 Uhr Sägegeräusche gehört und einen grauen Kastenwagen mit der Werbeaufschrift eines Landschafts- und Gartenbaubetriebes vor dem Haus gesehen. Vor Gericht steht jedoch kein Landschaftsgärtner, sondern die Nachbarin von Dr. Christina Heuer.

Gegen die Nachbarin wurde ein Strafbefehlsverfahren wegen Sachbeschädigung eröffnet. Dies bestätigte Carl Blomenkamp, Direktor des Amtsgerichts, auf NRZ-Anfrage. So kommt die Sache doch noch vor Gericht; die Apothekerin und ihre Mutter sind als Zeugen geladen. Dr. Christina Heuer erklärte jetzt gegenüber der NRZ, dass sie eine Gerechtigkeitsverfechterin sei und dem Prozess gespannt entgegen sehe.

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