Deutsche Depressionsliga

Teilnehmer der „Mut-Tour“ kamen auf Tandems nach Moers

Foto: Lars Fröhlich

Moers.  Teilnehmer der „Mut-Tour“ sind auf dem Weg von Bremen nach Bensheim. Ein Ziel war am Samstag Moers. Beendet ist die Fahrt allerdings noch nicht.

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3270 Kilometer quer durch Deutschland per Tandem, Kajak oder zu Fuß – so lang war die diesjährige Strecke der „Mut-Tour“, einem Projekt der deutschen Depressionsliga. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen, die an einer Depression erkrankt sind zu vertreten und zu unterstützen.

„Personen, die an einer Depression erkrankt sind, werden oft aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Mit der Mut-Tour wollen wir zeigen, dass sich niemand verstecken muss“, erklärte Teilnehmerin Doris Schulten. Vom 10. Juli bis zum 25. August sind insgesamt vier Gruppen, zwei Tandemteams, ein Wander- und ein Kajakteam, bestehend aus Menschen mit einer Depressionserkrankung und Menschen ohne, in Sechser-Teams unterwegs, um sich für einen offenen Umgang mit der Krankheit einzusetzen.

Einzelne Strecken sind in ganz Deutschland verteilt

Die einzelnen Strecken sind dabei in der ganzen Bundesrepublik verteilt. Eine Etappe führte die Teilnehmer vom vergangenen Montag bis heute von Bremen nach Bensheim. Einen Zwischenstopp gab es dabei am Samstag in Moers. Am Nachmittag trafen die Tandemfahrer auf dem Altmarkt in der Innenstadt ein.

Die bepackten Räder zogen auch die Blicke der Moerser auf sich. Eine Woche sind die Teilnehmer ununterbrochen unterwegs. Übernachtet wird im Zelt. „Wir sind aber auf keinem Campingplatz, sondern fragen bei Bauern nach, ob wir unsere Zelte auf seiner Wiese aufschlagen können. Kirchengemeinden haben uns auch schon aufgenommen“, erklärte Schulten. Zelte, Campingkocher, Kleidung – alles ist an den Tandems befestigt und verstaut gewesen.

2012 wurde die Mut-Tour ins Leben gerufen. Ganz bewusst habe man sich bei der Radtour für Tandems entschieden. „Sie sind ein Symbol für Gemeinschaft. Man muss sich auf seinen Vordermann verlassen“, sagte Schulten.

Die Teilnehmer kannten sich vorher nicht

Die 63-jährige ist selbst seit 40 Jahren an einer Depression erkrankt, spricht aber erst seit kurzem darüber: „Seitdem ich mich für die Mut-Tour engagiere, gehe ich offen damit um, und das sollte man heutzutage auch können dürfen.“

Unter der Leitung von Sebastian Burger fuhren die sechs Teilnehmer die 385 Kilometer lange Strecke. Gekannt hatte sich keiner der Teilnehmer vorher. Sie kommen aus Berlin, Oberhausen, Bremen, Duisburg und Hannover. Zwar wurde unter den Betroffenen auch über ihre Erkrankung gesprochen, jedoch nahm dies nicht überhand.

Dass die Mut-Tour per Tandem ein voller Erfolg war, bestätigte auch Bettie de Vries: „Ich habe mich unglaublich wohl gefühlt. Selbst den Regentag haben wir ohne schlechte Laune überstanden.“ Auf dem Altmarkt wurde kurz durchgeatmet, Fotos gemacht und schließlich noch ein Eis gegessen. Danach ging es weiter, denn das Tagesziel war Krefeld.

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