Rosenmontag

Tierisch gute Laune beim Rosenmontagszug in Kamp-Lintfort

Das Kamp-Lintforter Dreigestirn markierte das Ende des jecken Lindwurms. Unter dem Motto „Uns hat der Himmel geschickt“ war das erste weibliche Dreigestirn in Kamp-Lintfort unterwegs.

Das Kamp-Lintforter Dreigestirn markierte das Ende des jecken Lindwurms. Unter dem Motto „Uns hat der Himmel geschickt“ war das erste weibliche Dreigestirn in Kamp-Lintfort unterwegs.

Foto: Ulla Michels

Kamp-Lintfort.   Bei strahlendem Sonnenschein säumten vor allem fellige Gesellen den Weg des Rosenmontagszugs. Auch ein ganzer Kleintier-Zoo war dabei.

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Plüsch. Überall Plüsch. Gern in Kuh-Optik, bei den kleineren Jecken rangierten große Raubtiere in der Beliebtheitsskala oben. Aber auch viele Marienkäfer und Bienen schossen zu Menschengröße hinauf. Tierisch gut eben, der Rosenmontag in Kamp-Lintfort. Gleich mit einem ganzen Kleintier-Zoo war die Ernst-Reuter-Grundschule beim Karnevalszug dabei.

Helau aus Kamp-Lintfort.

Im Rosenmontagszug in Kamp-Lintfort war "Helau" das meist gesprochene Wort - natürlich!
Helau aus Kamp-Lintfort.
Ulla Michels

Jede Menge Karnevalsbegeisterte säumten am Montag den Zugweg durch die Innenstadt von Kamp-Lintfort. „Uns hat der Himmel geschickt“, ist das Motto des närrischen Dreigestirns. Da konnte ja wettermäßig nichts schief gehen. Bei trockenem, sonnigen, aber kalten Wetter erwies sich der Trend zum felligen Gesellen nicht nur als Hingucker, sondern auch als ausgesprochen praktisch beim Warten auf den Kamelleregen.

Zugleiter Werner Fugmann sah ein bisschen übernächtigt aus. Nicht, weil er in den letzten Tagen zuviel gefeiert hätte, sondern weil er – wie er es befürchtet hatte – eine schlaflose Nacht hinter sich hatte. Schließlich war dies der erste Rosenmontagszug, den er in dieser Funktion zu verantworten hatte. Dabei lief doch alles glatt.

Ein Tross mit 700 Teilnehmern setzt sich in Bewegung

Erst Laga, dann Olympia - Rosenmontag in Kamp-Lintfort.

Erst Landesgartenschau, dann olympische Sommerspiele in Kamp-Lintfott? Dieser Wagen im Rosenmontagszug in Kamp-Lintfort war wirklich jeck...
Erst Laga, dann Olympia - Rosenmontag in Kamp-Lintfort.
Ulla Michels

Pünktlich um 13.11 Uhr setzte sich der bunte Tross in der Franzstraße in Marsch. 15 Wagen und 13 Fußgruppen reihten sich auf 600 Metern Länge aneinander, vier Kapellen sorgten für musikalische Begleitung und Stimmung am Wegesrand. Manche Gruppe hatte auch Musik von der Konserve an Bord. Von einem der Wagen donnerten Karnevalslieder der eher rustikalen Art, in denen von „saufen“ und „Aua im Kopp“ die Rede war. Das muntere Hippie-Trüppchen des Ka-Liber tanzte sich dagegen zu funky Sounds durch die Stadt.

Alles gegeben haben auch einige Anwohner an der Kattenstraße, die sich auf ihren mit bunten Luftballons geschmückten Balkonen voller Vorfreude zu Schlagern warm schunkelten. Auch an der Moerser Straße erfreute sich mancher Anwohner an seinem Logenplatz auf der kleinen Veranda der Bergmanns-Häuser.

Der Bergbau ist nur noch selten ein Thema im Zug

Ein dreifach Helau für Prinz Markus III.

Prinz Markus III der Startende war im Narrenschiff im Rosenmontagszug in Kamp-Lintfort unterwegs. Helau!
Ein dreifach Helau für Prinz Markus III.
Ulla Michels

Dass Kamp-Lintfort mit dem Bergbau ziemlich abgeschlossen hat, ließ sich auch daraus ersehen, dass RAG-Helme oder blauweiße Hemden am Straßenrand so gut wie unsichtbar waren.

Regenschirme kamen nur ganz vereinzelt zum Einsatz. Die brauchte auch am Montag kein Mensch, weder um Regen abzuhalten, noch um Kamelle abzugreifen. Denn Wurfmaterial gab es reichlich. „Das Dreigestirn hat sehr großzügig eingekauft“, verriet Markus Lorkwoski vom Festausschuss. Durch cleveres Stellungsspiel konnten eifrige Kamelle-Jäger an mehreren Standorten Süßes sammeln. Nur Kalli, das Laga-Maskottchen, das als Überraschung am Zug teilnahm, hatte keine. Dafür winkte der niedliche Kerl unermüdlich aus dem Cabrio, in dem er chauffiert wurde.

Nach gut der Hälfte des Zugs konnte Marlies Pousen vom Ordnungsamt die friedlich feiernden Kamp-Lintforter loben: „Alles gut. Wir sind zufrieden.“ Auch die durchaus präsente Polizei hatte anscheinend in Kamp-Lintfort einen ruhigen Dienst an diesem Rosenmontag. Aus der Leitstelle in Wesel war am frühen Abend zu hören: „Karneval in Kamp-Lintfort. Hm, kriegt man ja gar nicht mit hier. Scheint ruhig zu sein.“

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