Moers Festival

Tim Isforts Vertrag beim Moers Festival bis 2022 verlängert

Moers Festival 2018

Moers Festival 2018

Foto: Ulla Michels

Moers.   Der Musiker bleibt künstlerischer Leiter des Moers Festivals. Die Entscheidung der Kultur GmbH ist eindeutig. Jetzt geht es zur Talentsichtung.

Tim Isfort bleibt bis 2022 künstlerischer Leiter des Moers-Festivals. Das hat der Aufsichtsrat der Moers Kultur GmbH, die das Festival ausrichtet, am Dienstagabend beschlossen. „Ich freue mich besonders darüber, dass die Entscheidung ohne Gegenstimme gefallen ist“, sagte die Aufsichtsratsvorsitzende Carmen Weist nach der Sitzung zur NRZ.

Tim Isfort war die Künstlerische Leitung des Moers Festivals im Herbst 2016 übertragen worden. Sein Vorgänger Reiner Michalke war 2016 zurückgetreten, die Zukunft des renommierten Festivals schien zu dem Zeitpunkt auch wegen offener finanzieller Fragen ungewiss (NRZ berichtete).

Breites Angebot im Freizeitpak

In den vergangenen beiden Jahren hatte Isfort das Moers Festival stark verändert. Vor allem im vergangenen Jahr gab es viel Beifall, weil sowohl die Wurzeln des Festivals als auch dessen experimenteller Charakter deutlich wahrnehmbar waren. Dazu gab es ein – für manche zu – breites Angebot im Freizeitpark, den Wettbewerb Composer Kids und Fachdiskussionen. Im vergangenen November hatte der Bund seine Fördermittel aufgestockt. Bis einschließlich 2023 gibt es 250 000 Euro aus Berlin, zum 50. Moers-Festival 2021 sogar 400 000 Euro.

Isforts neue Ansätze haben offenbar jetzt auch den Aufsichtsrat der Moers Kultur GmbH überzeugt, den Vertrag zu verlängern. „Besonders schätze ich an ihm, dass er das Moers-Festival immer stärker im Bewusstsein der Stadt verankert und somit ihre kulturelle Identität verstärkt“, wird die Carmen Weist in einer Mitteilung zitiert.

Fördermittelzusagen sind wie Weihnachten

Tim Isfort sprach gegenüber der NRZ von einem „großartigen Vertrauensbeweis“. Die Zusagen zu den Fördermitteln und die Vertragsverlängerung fühlten sich an wie Weihnachten. Das Vertrauen will er auch in den kommenden Jahren rechtfertigen: „Wir sind noch immer in einem Lernprozess, das Moers-Festival muss sich selbst treu bleiben, aber wir haben jetzt alle Möglichkeiten, große Namen einzukaufen und so mehr Tickets zu verkaufen.“

Deshalb hat sich Isfort auch nach der Sitzung direkt auf den Weg nach Myanmar gemacht, um neue Talente für das aktuelle Festival zu sichten. Der Wunsch, Musiker aus Nordkorea nach Moers einzuladen, ist ebenfalls noch aktuell. Auf der Wunschliste stünden aber auch Musiker aus Japan oder Brasilien.

Während Isfort also unterwegs ist, freut sich auch der Moerser Kulturdezernent Wolfgang Thoenes: „So bleibt ein wichtiger Teil des Moerser Kulturangebots erhalten.“ Isfort und Festival-Geschäftsführer Claus Arndt hätten damals entscheidend dafür gesorgt, „das Festival aus der Krise in eine stabile Zukunft zu führen“.

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