Freizeit

Timo aus Neukirchen-Vluyn gehört zu den besten Segelfliegern

Timo Angenendt (im Cockpit mit grünem T-Shirt) und Philippe Held sind Segelflieger .

Timo Angenendt (im Cockpit mit grünem T-Shirt) und Philippe Held sind Segelflieger .

Foto: Privat

Neukirchen-Vluyn/Krefeld.   Timo Angenendt hat schon mit 14 Jahren beim Verein für Segelflug einen Alleinflug absolviert. Er schwärmt über das Gefühl der Befreiung von allem

Das pure Glücksgefühl erfasst Timo Angenendt in 300 Metern Höhe. 30 Sekunden nach dem Start zieht er an dem Knopf hinterm Steuerknüppel, das Seil fällt, mit dem die Winde ihn nach oben gezogen hat, dann sind Timo und sein Segelflugzeug frei. „Dieses Gefühl hast du nirgends auf dem Boden“, sagt er. „Es ist, als würdest du die Befreiung von allem erleben.“ Dieses Gefühl muss den 20-jährige Neukirchener beflügeln, denn Timo gehört zu den besten Segelfliegern in Deutschland.

Im vergangenen Jahr hat Timo Angenendt unter den Streckensegelfliegern bis 25 Jahre bundesweit den achten Platz belegt, im NRW- war es sogar Platz zwei. 660 Kilometer ist er am 21. Mai geflogen, wendete über Nienburg an der Weser und dem Edersee im Sauerland und kehrte nach mehr als acht Stunden zurück zum Flugplatz Egelsberg in Krefeld-Traar.

Dass Timo Angenendt irgendwann einmal am Steuerknüppel eines Flugzeuges sitzen würde, kommt nicht von ungefähr. Schon sein Großvater und seine Eltern waren Hobbypiloten, sein Onkel Thomas Wiehle – ebenfalls aus Neukirchen-Vluyn – ist Fluglehrer beim Verein für Segelflug Krefeld.

Warmluftsäulen als Tankstellen

Dieser VfS ist seit sechs Jahren Timos Fliegerheimat. Mit 14 Jahren wurde er Mitglied. Wie sehr ihn das Fliegen fasziniert, mag man daran erkennen, dass er nur zweieinhalb Monate später seinen ersten Alleinflug absolvierte, die theoretische Prüfung ein Jahr später bestand und nach zwei Saisons seine Pilotenlizenz in der Tasche hatte.

Teil der Faszination dieses Sports ist, dass man – abgesehen vom Start – keine Hilfsmittel fürs Fliegen benötigt. Timo muss die richtige Thermik finden. „Das sind quasi unsere Tankstellen“, erklärt er. In großen Säulen steigt dort warme Luft auf und trägt den Piloten und seine Maschine in die Höhe, dann geht’s geradeaus und langsam wieder abwärts bis zur nächsten „Warmluft-Tankstelle“. Bei 3000 Metern Höhe liegt in Deutschland die Grenze für Timo & Co. Darüber beginnt der kontrollierte Luftraum, in dem sich beispielsweise Passagierflugzeuge bewegen.

Timo, der 2016 am Julius-Stursberg-Gymnasium das Abitur gemacht hat und inzwischen Meteorologie in Bonn studiert, wird auch in der kommenden Flugsaison etliche Wochenenden auf dem Flugplatz Egelsberg verbringen. „Der Verein ist Familie“, sagt er. Und mit der fährt man in den Urlaub: Der VfS organisiert alljährlich Fluglager in Frankreich, Bayern, Thürigen oder der Lüneburger Heide. Auch im Einzelflieger sei klar, dass man diesen Sport nicht alleine treiben kann, erklärt Timo: „Ohne die anderen komme ich nicht dorthin.“ So lerne man früh, Verantwortung zu übernehmen: „Segelfliegen ist großartiger Teamsport.“

Vom TÜV unter die Lupe genommen

Prekäre Situationen hat er im Flugzeug noch nicht erlebt, versichert Timo, die Sicherheitsstandards seien sehr, sehr hoch. Bevor die sechs Flugzeuge des VfS am 25. März erstmals nach der Winterpause in den Himmel steigen, nimmt der TÜV sie unter die Lupe.

Danach ist es wie immer: 30 Sekunden nach dem Start zieht Timo in 300 Metern Höhe am Knopf hinterm Steuerknüppel – dann ist es, als würde er die Befreiung von allem erleben...

>>> Interessiert am Segelfliegen?<<<

Wer sich fürs Fliegen interessiert, kann beispielsweise zum Flugplatz Krefeld-Egelsberg in Traar kommen. Der Verein für Segelflug hat eine ganze Reihe von Mitgliedern aus Neukirchen-Vluyn und Moers.

Für Informationen stehen die Mitglieder samstags von 14 bis 17 Uhr und ab Mitte März auch an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr meist am Windenstart zur Verfügung. Telefonisch geben Ansgar Heitkamp ( 02151/ 56 54 94) und Thomas Wiehle ( 02845/42 23 bzw. 0151/18 85 81 35) Auskunft.

www.vfs-krefeld.de

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