Energiewende

Trasse für Nordseestrom führt an Moers vorbei

Der Strom, der künftig in Windparks in der Nordsee produziert wird, muss von dort zu den Verbrauchern im Westen und Süden Deutschlands transportiert werden.

Foto: dpa/Ingo Wagner

Der Strom, der künftig in Windparks in der Nordsee produziert wird, muss von dort zu den Verbrauchern im Westen und Süden Deutschlands transportiert werden. Foto: dpa/Ingo Wagner

Am Niederrhein.   Die Firma, die das Netz für den Stromtransport von der Nordsee nach Süd betreibt, bevorzugt einen Korridor im Norden und Westen des Kreises Wesel

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Die Leitungen für die Übertragung von Strom aus den Windkraftanlagen an der Nordsee bis zum Konverter in Meerbusch werden den Kreis Wesel aller Voraussicht nach nur im Norden und Westen berühren. Für Moers und Neukirchen-Vluyn ist das Thema erledigt, für Kamp-Lintfort besteht wohl nur eine theoretische Möglichkeit, dass eine solche Stromtrasse das Stadtgebiet durchquert. Dies geht aus den Plänen für einen so genannten „Vorzugskorridor“ hervor, den die Firma Amprion am Donnerstag vorgestellt hat.

So ökologisch der Strom von Windkraftanlagen auf der Nordsee auch sein mag – irgendwie muss er zu den Verbrauchern im Westen und Süden Deutschlands gelangen. Die Firma Amprion betreibt die dazu notwendigen Stromübertragungsnetze, gewissermaßen die Schlagadern der Energiewende. Eine soll über 300 Kilometer von Emden bis Meerbusch-Osterath reichen, wo der Konverter geplant ist, der die als Gleichstrom transportierte Energie in Wechselstrom umwandelt.

Trassen geprüft

Über Jahre wurden verschiedene Trassen auch durch den Kreis Wesel geprüft und diskutiert. Nun hat sich Amprion auf einen Korridor festgelegt, der nicht nur den Natur- und Landschaftsschutz berücksichtige, sondern auch möglichst wenig in die Interessen der betroffenen Kommunen und der in ihnen lebenden Menschen eingreife, so das Unternehmen. Dieser Korridor verläuft nördlich von Xanten-Marienbaum und knickt dann nach Süden ab. Sonsbeck wird auf der westlichen Seite des Gemeindegebiets passiert. Danach verläuft die Trasse über Geldern und Kerken in Richtung Osterath.

Den Korridor wird Amprion im März bei der Bundesnetzagentur beantragen, ein Vorgang, der vergleichbar ist mit einem Raumordnungsverfahren. Nur wenn diese Trassenversion nicht genehmigt werden sollte, würde eine Alternativplanung wieder in den Focus rücken. Diese Route berührt auch Kamp-Lintfort. Alle anderen Korridore, die unter anderem unter Moerser und Neukirchen-Vluyner Stadtgebiet geführt hätten, hat Amprion gestrichen.

Für Martin Dabrock, den Fachbereichsleiter Stadt- und Umweltplanung im Moerser Rathaus, ist das eine gute Nachricht: „Andernfalls hätten wir ja eine weitere Stromtrasse quer durchs Stadtgebiet dazu bekommen.“

Die Arbeit der Bürgerinitiative „Moers unter Hochspannung“geht dennoch weiter, denn ihr Kampf richtet sich vor allem gegen das Umspannwerk in Utfort, das ebenfalls von Amprion betrieben wird und dessen Leistung aufgestockt werden soll. Die Initiative lehnt dies ab, zumal die Hochspannungsleitung nah am Wohngebiet ist (www.moers-unter-hochspannung.de).

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