Kommunalpolitik

Über den Pappelsee in Kamp-Lintfort muss der Rat entscheiden

Niedrigwasser am Pappelsee.

Foto: Volker Herold

Niedrigwasser am Pappelsee. Foto: Volker Herold

Kamp-Lintfort.   Im Haupt- und Finanzausschuss wurde das Schicksal des verschlammten Gewässers zum hitzig diskutierten Thema. Erneut stimmte die Politik nicht ab.

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Der trocknende Pappelsee wird die Politik weiter beschäftigen. Auch im Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag gab es keine Abstimmung über den Verwaltungsvorschlag, nach Variante 2 vorzugehen. Danach müsste nach Schätzungen der Experten die Stadt 1,5 Millionen Euro in die Hand nehmen, um 9000 Tonnen Schlamm zu entfernen.

So ließe man den Pappelsee auf das natürliche Grundwasserniveau absinken und müsste nicht dauerhaft mit Pumpen arbeiten, wie es eine andere Variante vorsah. Allerdings müssten die Gebührenzahler mit vier bis fünf Euro mehr pro Haus im Jahr an Niederschlagswassergebühr rechnen. Zwei weitere Vorschläge setzen darauf, den Pappelsee versumpfen zu lassen.

Linke wünschen sich eine Bürgerbefragung zum See

Die Anträge der Fraktion „Die Linke“ stießen in der Sitzung nicht auf Gegenliebe: Einerseits wollen die Linken die Bürger befragen, wie das

Schicksal des Pappelsees aussehen soll, andererseits wollen sie ein externes Gutachten feststellen lassen, ob und wie belastet der Schlamm ist und wie der See saniert werden kann. Sydney Lewandowski verglich das Vorgehen mit dem beim Zechenturm: „Da gab es doch auch externe Gutachten.“ Kämmerer Martin Notthoff warnte davor, „so gegenüber der Lineg Misstrauen zu äußern“. Jürgen Preuß (SPD) erteilte der Bürgerbefragung eine Absage: „Viel zu kompliziert, denn es geht ja nicht um ein einfaches ja oder nein.“

Simon Lisken (CDU) fürchtet im Nachhinein explodierende Kosten, weil niemand genau die Schlammmenge und die Schlammqualität benennen könne: „Wir sind für den Erhalt des Pappelsees und er wird ja dann auch schön zu Landesgartenschau. Aber wir machen doch hier den dritten Schritt vor dem ersten.“ Bürgermeister Christoph Landscheidt räumte „Unwägbarkeiten“ bei der Kostenberechnung ein. Gleichwohl halte die Verwaltung die Variante 2 für sinnvoll, auch „weil uns der Pappelsee das wert ist.“ Eine Herzensangelegenheit, sozusagen.

Ein Wasserbau-Ingenieur weiß, was er sagt

Ungewöhnlich scharf wurde der Ton im Ausschuss, als Bernhard Kames (Grüne) die eigenen Lineg-Kollegen korrigierte und sagte, der Schlamm werde viel mehr wiegen, also die Entsorgung auch teurer, als angegeben. Etwas, das Landscheidt „gegenüber der Lineg problematisch“ nannte. Woraufhin Grünen-Kollege Johannes Tuschen wetterte: „Der Mann ist Wasserbau-Ingenieur und weiß, was er sagt.

Wollen sie hier nur Ja-Sager haben? Das geht so nicht, dass hier jemand diskreditiert wird.“ Die Grünen sind für eine Variante, die den See trockenlegen würde. Wie nachhaltig das Schlamm-Ausbaggern ist? „Anfang der siebziger wurde das letzte Mal entschlammt. Es hat eklatante Versäumnisse gegeben. Wir müssen das kontinuierlich begleiten“, so Landscheidt.

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