Jugend

Unesco-Schüler zauberten eine tolle Atmophäre

Die Girlies in Aktion.

Die Girlies in Aktion.

Foto: WAZ FotoPool

Kamp-Lintfort.  Wenn am Ende die Chef-Trainerin Marie-Sylvie Schneider mit den Tränen der Rührung kämpft, dann muss in dieser Woche etwas Besonderes geschehen sein. Gerade hatten die 100 Schülerinnen und Schüler der Unesco-Gesamtschule ihre „Reset“-Aufführung auf die Bühne gelegt, ach was, gehämmert und gezeigt, dass auch ihnen die Woche harter Probenarbeit im Rahmen des Kinder- und Jugendmusikfestivals Kloster Kamp eine Herzensangelegenheit geworden ist. „Schauspiel, Schauspiel“, murmelte die Profi-Schauspielerin zu sich, damit sie nicht doch noch zu heulen anfinge, und dann: „Ihr habt uns weggebamt. Ihr seid tolle, wunderbare Menschen. Danke, dass es Euch gibt.“

Richtig reingehängt

Und das war nicht mal Anbiederei. Die Siebt- und Achtklässler haben sich sowas von reingehängt in diese Aufführung gestern Abend, dass es eine Wucht war. Motiviert bis in die Haarspitzen, Körperspannung extrem – die Teenager haben es richtig, richtig ernst gemeint.

Seit Montag hatten sie mit vier wildfremden Trainern der Stahlberg-Stiftung gearbeitet, um innerhalb von nur einer Woche das Musical um Girlies, Computer-Freaks, Viren und Anit-Viren mit Gesang, Tanz und Text auf die Bühne zu bringen. Für die meisten Neuland und Herausforderung pur: Wer singt schon gerne vor Hunderten von Leuten laut? Und wer hat da nicht Angst vor einem klitzekleinen Texthänger vor lauter Aufregung?

Aber die Trainer haben da wohl ganze Arbeit geleistet: Sie haben sie motiviert, sie sind mit den Schülern zu einem Team geworden. Die Nachwuchs-Schauspieler standen mit breiter Brust und frei auf der Bühne. Tanzten tolle Choreographien, sangen (meist) laut und verständlich ihre Texte , brachten sich ein mit Einrad-Einlagen oder Flickflacks, Radschlag und Spagat, sie machten ordentlich Show und in manchen der jungen Leute scheinen echte Talente zu schlummern.

An der Unesco-Schule ist das Konzept einmal mehr aufgegangen: Zeigen, was in den jungen Leuten steckt , von dem sie noch gar nicht wussten, dass es in ihnen steckt. Einer der Gründe, warum sich Jeanette von der Leyen als ehrenamtliche Koordinatorin des Kinder- und Jugendmusikfestivals ebenfalls so reinhängt. „Kultur ist es, die den Menschen ausmacht“ ist das Musikfest überschrieben. Und da geht es um Miteinander, Toleranz, Rücksichtnahme, um das große Gemeinsame. Ihr dürfte bei dieser Aufführung das Herz aufgegangen sein.

Als danach Probenfotos zu melancholischer Musik über die Leinwand glitten, da saßen die Schüler noch gemeinsam auf der Bühne, sie lachten und beklatschten ihre Trainer, aber es machte sich auch eine knisternde Atmosphäre breit: Da ist etwas mit ihnen passiert in dieser Woche, und ihnen wurde gerade erst klar, dass das so schnell nicht wiederkommt.

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