Wirtschaft

Unternehmen aus Moers bildet ab 2020 neue Bergleute aus

Die Unternehmensgruppe Maas aus Moers freut sich über seine neuen und guten Azubis.  

Die Unternehmensgruppe Maas aus Moers freut sich über seine neuen und guten Azubis.  

Foto: Philipp Ortmann

Moers.  Bald kann man sich in Moers zum Schachthauer ausbilden lassen. Dazu möchte Maas im kommenden Jahr um einen weiteren Geschäftsbereich wachsen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein Jahr nach dem Ende des Kohlebergbaus in der Region klingt es wie ein Anachronismus. Für die Moerser Unternehmensgruppe Maas ergibt es allerdings Sinn. „Wir werden ab 2020 eine Bergmanns-Ausbildung anbieten“, kündigen Maas-Geschäftsführer Ralf Langerbein und -Prokurist Thomas Kuchejda im NRZ-Gespräch an. Innerhalb der Bergbausparte des Moerser Unternehmens werden die neuen Azubis ab kommendem Jahr zum Schachthauer in Salz- und Erzbergwerken ausgebildet.

Zum Training Unter Tage geht es einerseits ins Trainingsbergwerk Recklinghausen und zum anderen ins stillgelegte Eisenerz-Bergwerk Grube Fortuna im hessischen Solms. Dort soll vor allem die psychische Komponente des Berufs nähergebracht werden.

Schließlich sei die Arbeit Unter Tage gewöhnungsbedürftig und ganz sicher nicht für jeden etwas, sagt Maas-Geschäftsführer Ralf Langerbein. Ganz generell sei es auch schwieriger geworden, geeigneten Nachwuchs zu bekommen, unabhängig für welche Sparte. Sieben gewerbliche Ausbildungsberufe bietet Maas an. Und dass es in den vergangenen Jahren immer schwieriger wurde, gutes Personal zu bekommen, weiß auch Andreas Horstmann.

Der Diplom-Ingenieur ist für die Ausbildung im gewerblich-technischen Bereich der Tiefbaufacharbeiter zuständig. Vor ungefähr vier Jahren, so Horstmann, habe es angefangen. Zu diesem Zeitpunkt sei vor allem die Zahl der Initiativbewerbungen stark zurückgegangen. „Danach sind wir dann in die Offensive gegangen.“ Heißt: mehr Werbung für sich selbst und für die Branche. „Viele wissen zum Beispiel gar nicht, wie viel High-Tech mittlerweile in der Ausbildung steckt“, sagt Andreas Horstmann. Durch die verstärkte Eigenwerbung auf Messen mit persönlichen Gesprächen und auf den Internetportalen bekam Maas zwar wieder mehr Bewerbungen, allerdings habe sich auch da die Qualität verschlechtert.

Neben den generellen Fehlern in der Bewerbung sind es auch die Noten in den für die Ausbildung maßgeblichen Fächern, die oftmals nicht mehr den Ansprüchen genügen. Gerade in Sport und Mathe seien die Leistungen vielfach gefallen. Dabei, so Ralf Langerbein, habe man bei Maas „keine übergroßen Ansprüche“. Schließlich suche man hier keine Überflieger, „die nach drei Jahren wieder weg sind“. Viel wichtiger sei, dass man sich mit dem Unternehmen identifiziere. So habe man in diesem Jahr wieder viele Dienstjubiläen langjähriger Mitarbeiter gefeiert. „Maas-Spirit“, nennt Langerbein das selbstbewusst. Diesen Geist soll nach Möglichkeit auch der Nachwuchs verinnerlichen. Ganz auf Mathe und Sport kann man bei Maas aber auch nicht verzichten. Deshalb führt das Unternehmen Einstellungstest durch. „Auch, damit die Bewerber wissen, worauf sie sich einlassen“, so Langerbein weiter.

Die derzeit 34 Azubis bei Maas wussten, worauf sie sich einlassen. Wie Jil Cox, Julian Hufer, Raphael Förster, Hussein Sakr, Kerim Calik und Sivan Fabian Erdogan (Foto), die alle in unterschiedlichen Bereichen ausgebildet werden und damit auch gute Aussichten haben, übernommen zu werden. Auf ähnliche zielstrebige Charaktere hofft Maas jetzt auch bei den zukünftigen Bergleuten, die im kommenden Jahr ihre Ausbildung beginnen.

Das Unternehmen hat derzeit 420 Mitarbeiter, die in insgesamt 13 Geschäftsbereichen eingesetzt sind. 2020 soll mit dem Dienstleistungssektor im Bauleistungsbereich eine weitere Sparte hinzukommen. „Die nächsten zehn Jahre sind gesichert“,sagt Ralf Langerbein, auch hinsichtlich einer möglichen konjunkturellen Delle.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben