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Verliebt ins Weiße Häuschen

Mechtild Cuypers kümmert sich mit einer Initiative um den Erhalt des Weißen Häuschens.Foto: Ute Gabriel

Mechtild Cuypers kümmert sich mit einer Initiative um den Erhalt des Weißen Häuschens.Foto: Ute Gabriel

Foto: WAZ FotoPool

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Issum. An ein mehr als 230 Jahre altes kleines Häuschen hat Mechtild Cuypers ihr Herz verschenkt. Das war ihr schon 1983 bewusst, als sie mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in das denkmalgeschützte Haus an der Neustraße einzog. Sechs Jahre genoss die Familie den Anblick des Gartens mit seiner schattenspendenden Rotbuche, das schnuckelige Gebäude der ehemaligen Backstube und natürlich die urige Gemütlichkeit des „Weißen Häuschens“ selber. Aber irgendwann wurden die 80 Quadratmeter Wohnfläche für die vierköpfige Familie zu eng und die Wände zu schief, denn „zum Wohnen ist das Haus nicht unbedingt geeignet“, sagt die 56-Jährige über das alte Gebäude, das auch gerne als „Hexenhaus“ bezeichnet wird.

Familie Cuypers zog in Issum um. In das Haus zog eine andere junge Familie ein und schließlich nach einigen Jahren wieder aus. Dann stand das Weiße Häuschen leer. „Ich hab oft den Hausmeister im Garten arbeiten sehen und dann häufig gefragt: ,Immer noch keinen Käufer’?“, erinnert sich die Sozialpädagogin. Dass sich der Zustand des Hauses stetig verschlechterte, konnte sie sich nicht mit ansehen. Als ihr die Besitzerin anbot, dass Haus erst günstig zu mieten und später dann zu kaufen, freute sich Cuypers. „Ich habe in dieser Mietzeit Leute gefunden, um es gemeinsam zu kaufen“, sagt sie. Daraus gründete sich auch die Initiative zur Erhaltung und Belebung des Weißen Häuschens, die heute das Gebäude und den Garten in Schuss hält und dort regelmäßige Veranstaltungen anbietet.

Zur Märchenstunde in das Hexenhaus lädt die Hausherrin persönlich Kinder und Erwachsene ein. „Das ist meine Leidenschaft nebenher“, verrät die Märchenerzählerin. Hauptberuflich arbeitet sie mit geistig behinderten Erwachsenen sowie im Kindergarten. Viele ihrer kleinen Schützlinge kommen regelmäßig zu der Vorlesung der Erzieherin, die auch 1989 einen Waldorf-Kindergarten in Geldern gegründet hatte.

Aber auch die anderen Veranstaltungen im Weißen Häuschen sind gut besucht. So gibt es hier unter anderem einen Literaturkreis, verschiedene Feste je nachdem, was für eine Jahreszeit gerade ist, einen Mittwoch-Café-Treff sowie eine Führung durch Issum, die hier ihren Anfang und Endpunkt hat und „fast immer ausgebucht ist“, wie Cuypers betont. Die engagierte Issumerin geht in ihrer Arbeit rund um das alte Haus voll und ganz auf, obwohl es manchmal auch ein bisschen zu viel wird. Aber alleine wegen der „Erfahrung des Gemeinschaftsgeistes und so viel positiver Unterstützung“ lohne es sich, an der Arbeit festzuhalten. Auch hat die Initiative noch viele Zukunftspläne. „Aus dem alten Backhaus könnte man tatsächlich wieder eine Backstube machen und die Dachsanierung steht an.“ Es ist halt stets etwas zu tun in dem denkmalgeschützten Haus.

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