Einzelhandel

Vintage-Geschäft Seconrella schließt in der Moerser Altstadt

Ruth Braun in ihrem Geschäft Seconrella zwei Tage vor der Wiedereröffnung. Donnerstag der 30.11.2017 in Moers. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Ruth Braun in ihrem Geschäft Seconrella zwei Tage vor der Wiedereröffnung. Donnerstag der 30.11.2017 in Moers. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Moers.  Der Vintage- und Second-Hand-Laden Seconrella in der Moerser Altstadt schließt. Inhaberin Rut Braun geht mit ihrem Geschäft nun andere Wege.

Die Moerser Altstadt verliert ein außergewöhnliches, inhabergeführtes Geschäft. Der Vintage- und Secondhand-Laden Seconrella an der Kirchstraße schließt. Am Freitag, 21. Februar, ist der letzte Verkaufstag.

Für Inhaberin Ruth Braun ist es lediglich ein Abschied vom stationären Handel. Sie führt ihr Mode-Label „Schirman by Ruth Braun“ weiter, will ihren Online-Shop ausbauen und auf Veranstaltungen wie dem Antik- und Vintage-Markt am kommenden Samstag im Centro vertreten sein. Zusätzlich kann man ihre Vintage-Ware künftig im Restaurant Moxies Diner an der Bonifatiusstraße in Asberg besichtigen. Den Second-Hand-Bereich wird sie allerdings komplett aufgeben.

„Hätte ich für jedes ,nur mal gucken’ einen Euro bekommen, wäre ausgesorgt“

Die Maßschneiderin und Modedesignerin hatte Seconrella 2016 an der Neustraße übernommen und war mit dem Geschäft vor zwei Jahren zur Kirchstraße gezogen. Braun investierte in den Standort, war stets bei Veranstaltungen der Geschäftsleute – etwa bei Modenschauen – mit von der Partie. Doch sie habe erkennen müssen, „dass sich das wirtschaftlich nicht lohnt“, weil die Kosten für ein Ladenlokal zu hoch seien, sagt sie. Und: Sicher sei es großartig, wenn Kunden zum Stöbern kommen, aber als Einzelhändlerin lebe man eben von der Kaufkraft der Kundinnen und Kunden: „Hätte ich für jedes ,nur mal gucken’ einen Euro bekommen, wäre ausgesorgt.“ Die letzten Jahre seien ein „Kampf“ gewesen. Insofern schließe sie das Geschäft mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Achim Reps, Vorsitzender der Immobilien- und Standortgemeinschaft, kann die Begründung von Ruth Braun gut nachvollziehen: „Sie hat das sehr gut beschrieben“, sagt Reps, der auch Inhaber der Villa Wölkchen an der Fieselstraße ist. Es ziehe zu wenig Menschen in die Innenstadt, aber vor allem inhabergeführte Geschäfte könnten nicht nur von Stammkunden leben, so Reps: „Sie brauchen auch die Bummler.“

Eine öffentliche Abschiedsmatinee für ihren Laden vis à vis zum Gänsebrunnen gibt Ruth Braun am Sonntag, 23. Februar. Beginn ist um 11.30 Uhr.

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