Stadtgeschichte

Warum ist die Kolonie so schön?

Vier für Meerbeck: Klaus-Dieter Wiederholt, Wolfram Reutlinger, Wolfgang Simon, Jochen Vagt (v.l.).

Vier für Meerbeck: Klaus-Dieter Wiederholt, Wolfram Reutlinger, Wolfgang Simon, Jochen Vagt (v.l.).

Foto: Christoph Karl Banski

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Moers.  Natürlich kommt ein Bergmann drin vor. Aber auch der Imam der DITIP-Moschee und die „Institution in Meerbeck“, Gemeindeschwester Elisabeth. Selbstredend wird die Glückauf-Schranke ins Bild gesetzt („Ich hab sogar schon ein Bild, da ist die Schranke hoch und und es ist leer“, freut sich Jochen Vagt über einen seltenen Augenblick“). Und das Geleucht muss natürlich ebenso hinein: „Buntes Meerbeck – Mein Platz in der Kolonie“ heißt das Buchprojekt, an dem neun Ehrenamtliche aus dem interkulturellen Nachbarschaftsnetzwerk 55plus Moers Meerbeck gerade arbeiten.

Als Bergarbeiterkind am Gymnasium

„Es gibt ja viele Bücher über das alte Meerbeck, aber ein Bild vom heutigen Meerbeck kann man sich nirgends machen“, hat Wolfram Reutlinger festgestellt. „Uns interessieren die Menschen hier, nicht nur die älteren, sondern auch junge Familien oder Menschen aus anderen Ländern.“ Schnell waren innerhalb des Netzwerks Mitstreiter für diese gute Sache gefunden.

Mindestens zwanzig Kurz-Porträts unterschiedlichster Menschen sollen ins Buch, dazu zehn Seiten Fotos mit Meerbecks schönsten Ansichten, aber auch Gedichte und Kurzgeschichten. „Wir wollen das Positive, was hier ist, zeigen“, sagt Wolfram Reutlinger, „die Meerbecker – und auch die Menschen aus Hochstraß – sollen sich drin wiederfinden.“ Und da erzählen sie dann wie es war, als Bergarbeiter-Kind am Mädchengymnasium, oder wenn „beim Tanz bei Eickschen“ das Herz „nur“ für einen Bergmann entflammt. Oder wie es heute eben ist, sich gerade sein neues Zuhause in Meerbeck einzurichten.

Die Hobby-Fotografen und -Schreiber haben Flyer verteilt, damit sich Freiwillige melden, oder haben einfach angeschellt beim Nachbarn. „Aber für den einen oder anderen hätten wir noch Platz.“ Hundert Seiten soll das bunte und vielfältige Werk am Ende umfassen – am liebsten. Denn der Haken an der Sache: das liebe Geld. „Wir brauchen noch dringend Sponsoren, die uns bei unserem Projekt unterstützen.“ Wär’ doch schade um die viele Arbeit.

Eine Anschubfinanzierung hat das Netzwerk schon bekommen von der Stiftung Kuratorium Altenhilfe. Aber damit lässt sich wohl nur die erste Ausstellung gestalten, die im November im evangelischen Gemeindehaus in Meerbeck zu sehen sein soll. Fertig soll das Buch dann im Frühjahr sein, rechtzeitig zum Meerbecker Frühling.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben