Landesgartenschau 2020

Warum vom Kulturprogramm auf der Laga wenig übrig bleibt

Kamp-Lintfort: Landesgartenschau für Besucher geöffnet

Trotz Corona-Krise durfte die Landesgartenschau am 05. Mai ihre Pforten für die Besucher öffnen.

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Kamp-Lintfort.  Unter Corona-Bedingungen sind große Veranstaltungen derzeit bis August untersagt. Daran können auch die Klanghelden aus Wesel nichts ändern.

Die Landesgartenschau ist gestartet. Viele freuen sich, auch wenn es nicht so abläuft, wie es mal geplant war, und Abstriche gemacht werden müssen. Für Hilmar Schulz und seine Mitstreiter bleibt es „eine Vollkatastrophe“. Das Weseler Startup „Klanghelden“ ist für das Kulturprogramm auf dem Laga-Gelände verantwortlich. Und das geht gerade so ziemlich den Bach runter. „Wir wollten den Kamp-Lintfortern ein rauschendes Fest bieten und tolle Abende. Aber so, wie es jetzt aussieht, werden wir nicht viel machen können“, erklärt Hilmar Schulz auf NRZ-Anfrage.

Kamp-Lintfort: Landesgartenschau für Besucher geöffnet
Kamp-Lintfort- Landesgartenschau für Besucher geöffnet

Für die ursprünglich geplante Eröffnungs-Gala mit Bernd Stelter am 26. Mai „waren wir kurz vor ausverkauft“. Also bei weit mehr als 1000 Tickets. Was auch immer zum Thema Veranstaltungen bis zum Wochenende auf Bundesebene beraten und verkündet wird: „Unter Coronabedingungen mit Abstand könnten wir auf dem Quartiersplatz vielleicht 200 Leute unterbringen. Wie soll das gehen?“, fragt sich der Veranstalter. Sofern irgendwas möglich sei, seien die Klanghelden bereit.

Für die Highlights mit Gregor Meyle oder Max Mutzke sieht es eher schlecht aus. Aber selbst die kleinen abendlichen Veranstaltungen seien derzeit nicht steuerbar. „Die waren für Dauerkarten- und Tagesticketbesitzer geplant, um abends gemütlich beisammen zu seien. Aber wir können nicht abschätzen, wie viele der Laga-Besucher tatsächlich kommen würden.“

Und doch gibt Hilmar Schulz nicht auf: „Wer sich in der Krise zurückzieht, der hat keine Chance.“ Er sei mit der Laga GmbH als Vertragspartner in Gesprächen: „Wir sitzen bei dem Thema ja zusammen in der Tinte. Wir hatten uns das so schön gedacht.“ Das Fünkchen Hoffnung: „Vielleicht kann man ja wenigstens mit kleinen und Kleinst-Formaten noch was machen.“

Das Thema Laga ist nicht nur traurig

Das hänge nun von der weiteren Entwicklung ab. Drei Rundbühnen haben die Klanghelden für solche Fälle – nicht nur für die Laga – angeschafft, damit überhaupt etwas geht in der Branche.

Das Thema Laga ist für Schulz aber nicht nur traurig. Es kann für die Klanghelden finanziell zu einem Desaster werden. „Sollte ich alle gekauften Tickets sofort zurückerstatten müssen, bin ich platt“, sagt er. Auch da sollen auf Regierungsebene die Gespräche etwas mehr Klarheit bringen. „Wir appellieren auf jeden Fall an die Kunden, geduldig zu sein.“ Da geht es den Weselanern nicht anders als anderen Veranstaltern von Groß-Events.

Für die Klanghelden hängt viel dran. Schließlich mussten sie weitere vier große Open Airs absagen in Birten, Xanten, Schwerte und Rhede. „In diesem Jahr wird nichts gehen“, fürchtet er. Die Klanghelden planen im Moment für frühestens ab Sommer 2021.

Auf Eis gelegt sind vorerst auch Pläne, sich in Kamp-Lintfort ein weiteres Standbein mit Kulturveranstaltungen aufzubauen. „Wir wollten ja nicht nur bei der Laga abgreifen, sondern nachhaltig was im Ort aufbauen“, sagt Schulz. Das wird jetzt noch dauern.

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