Kinder und Natur

Wie Kinder lernen, mit der Natur vor ihrer Haustür umzugehen

Foto: Volker Herold

Neukirchen-Vluyn.   Beim Nabu in Neukirchen-Vluyn spüren Kindergartenkinder mit zwei Imkern der Honigbiene nach. Etwas Süßes gibt es am Ende auch.

Es summt und brummt auf dem Gelände des Naturschutzbundes (Nabu) in Neukirchen-Vluyn. Das Gras steht hoch, in den Bäumen pfeifen Vögel und Bienen sitzen auf bunten Blumen. Für die Vorschulkinder der KiTa Diesterwegstraße ist dies ein besonderer Tag. Sie dürfen das Grundstück des Nabus erkunden und lernen dabei mehr über die heimischen Krabbeltiere. Im Fokus stehen die Honigbienen.

Angst vor Bienen muss nicht sein

Den Imkern Dirk Goldschmidt (45) und Rudolf Kram (65) liegt viel daran, die Kinder mit den nützlichen Tieren vertraut zu machen. Vor dem Ausflug auf die sich über ein Hektar erstreckenden Nabu-Wiesen besuchte Goldschmidt die Sprösslinge im Kindergarten, um ihnen die grundlegende Theorie nahe zu bringen und einiges Anschauungsmaterial zu zeigen, wie zum Beispiel die Schutzhüte, die sogenannten „Schleier“.

„Die Kinder waren direkt mit viel Engagement dabei“, sagt Dirk Goldschmidt. „Mir ist es besonders wichtig, ihnen die Angst vor Insekten zu nehmen. Wenn Kinder etwas herumfliegen sehen, heißt es direkt: Hilfe eine Biene! Dabei sind es oft ganz andere Insekten.“ Außerdem sei die Biene ein sehr friedliebendes Wesen und das zweitwichtigste Nutztier, berichtet Golschmidt, der sich seit fünf Jahren mit den Honigproduzenten beschäftigt.

Warum der „Smoker“ wichtig ist

Franz Reuter vom Nabu ist auch mit von der Partie und führt die Kinder ein wenig herum. Die erste Station ist eine Trockenmauer, in der sich Salamander und Käfer verstecken. Ein paar Schritte weiter steht ein Bienenhotel. Anschließend schaut sich die aufmerksame Truppe rund um den Totholzhaufen um, der Igeln oder Mäusen Herberge bietet. Für die Kinder der „Eulengruppe“ geht es dann mit den beiden Imkern zu den Bienenstöcken. Dafür ziehen auch die Kinder Schutzkleidung an. Erst wenn für ausreichende Sicherheit gesorgt ist, geht es zu den Bienenstöcken. Goldschmidt nimmt vorsichtig den Deckel ab, sofort wird das Brummen lauter. Vorsichtig nimmt er ein „Rähmchen“ heraus, in dem die Bienen die Waben mit Honig füllen.

Damit die Insekten nicht aufgescheucht werden, kommt ein „Smoker“ zum Einsatz. Der sieht aus wie eine Teekanne und produziert Rauch. „Ursprünglich haben die Bienen im Wald gewohnt. Erst der Mensch hat sie in Kisten gepackt. Wenn es so riecht, denken die Tiere, dass der Wald brennt, verkriechen sich in die Waben, saugen sich mit Honig voll und verlassen den Stock.“, erklärt Rudolf Kram. Man könne dann besser mit ihnen arbeiten.

Einmal frischen Honig aus der Wabe schlecken

Mutig nähern sich die Kinder dem Gekrabbel und haben keine Angst, gestochen zu werden. Sie wissen: Bienen stechen nur wenn sie bedroht werden. Goldschmidt und Kram befreien eine Wabe von ihren Bewohnern und die Fünf- und Sechsjährigen dürfen ihre Finger in die Wabe stecken und den frischen Honig abschlecken.

„Der Honig hat lecker geschmeckt, richtig süß.“, sagt Tim (5). Zum Abschluss zeigt Reuter den Kindern noch Kräuter, Beeren sowie die Terrarien und Aquarien. Tapfer lassen die Vorschüler Molche und Kröten über ihre Hände krabbeln. Natalie (5) resümiert: „Jetzt habe ich keine Angst mehr vor den Tieren.“

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