Jung und Alt

Willkommen im bunten Moerser Hingucker-Haus

Das „Haus für Jung und Alt“ an der Blächerstraße:  Im rechten Teil residiert der Johannes-Kindergarten, links das Altenheim.

Das „Haus für Jung und Alt“ an der Blächerstraße: Im rechten Teil residiert der Johannes-Kindergarten, links das Altenheim.

Foto: Markus Joosten

Moers.   In Meerbeck hat die Diakonie das „Haus für Jung und Alt“ eröffnet. Die Kombination von Kindergarten und Altenpflege ist in Moers einmalig.

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Bunt ist dieses Haus an der Blücherstraße außen wie innen. Seine beiden Flügel im Halbrund scheinen Besucher und Bewohner mit ausgestreckten Armen zu empfangen – Willkommens-Architektur mitten in Meerbeck. Die Grafschafter Diakonie hat dieses Hingucker-Haus eröffnet. Es ist das erste Haus seiner Art in Moers, das gleichzeitig Heimstatt für Kindergarten und Altenheim ist.

14 Monate wurde gebaut, 7 Millionen Euro hat die Einrichtung gekostet. Anfang September ist der Johannes-Kindergarten im Erdgeschoss eingezogen. Seit gut zwei Wochen läuft die Belegung des Altenheimes mit 42 Plätzen in der ersten und zweiten Etage: „Täglich ziehen hier zwei Bewohner ein“, berichtet Andreas Blinzler, der Leiter des „Hauses für Jung und Alt“.

Alle Bewohner kommen übrigens aus Meerbeck oder sind in dem Stadtteil geboren, ergänzt Blinzler. So war es gewollt, denn in Meerbeck gab es bislang kein Heimangebot für Senioren: „Wer im Alter seine Wohnung verlassen musste, musste in einen anderen Stadtteil ziehen“, so Blinzler. Freilich sind die 42 Einzelzimmer, alle mit eigenem Bad, bereits vergeben. In den Altenheimetagen gibt es jeweils große Gemeinschaftsräume mit Balkonen und offenen Küchen, in denen Frühstück zubereitet und gebacken werden kann. Mittagessen liefert die Küche des Schloer-Stifts.

Ein enormer Kraftakt

Im Erdgeschoss dagegen wird für die 120 Kinder aus 17 Nationen selbst gekocht. Fünf Gruppen gibt es, darunter eine für Unter-Dreijährige. Die Kita residiert als Mieterin an der Blücherstraße, gleichwohl bedeutet der Einzug in die neuen Räume einen enormen Kraftakt für den Trägerverein in dem sozial schwachen Stadtteil. Auch Einrichtung und Spielgeräte wollen erst einmal bezahlt sein. Obendrein legt der Verein Wert darauf, seine 19 Beschäftigten nach dem für die Mitarbeiter günstigeren Kirchentarif zu bezahlen. Bei der Finanzierung insgesamt haben Spenden und ein Vorschuss der Evangelischen Kirche geholfen. Zudem finanziert die Stadt zwei Gruppen.

Kinder haben keine Berührungsängste

Alle Beteiligten betonen, dass es kein Neben-, sondern ein Miteinander von Jung und Alt sowie von Kita-Leiterin Conny Otto und Heimleiter Andreas Blinzler geben soll. „Wir werden zusammen singen, backen und turnen“, verspricht Heimleiter Blinzler. Geplant sind auch regelmäßige Märchen-Vorlesestunden. Die erste gemeinsame Feier findet an St. Martin statt.

Auch Diakonie-Geschäftsführer Carsten van der Werth ist vom Konzept überzeugt. Schon in den ersten Tagen zeige sich, dass die Kinder keine Scheu haben, auch nicht vor Gebrechen der alten Bewohner. Van der Werth: „Da passt zusammen, da ist nix Aufgesetztes.“

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